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Sieg in 1:00:55 Stunden: Damian Janus (LC Solbad).
Foto: F.Gontek
Sieg in 1:14:49 Stunden: Franzi Bossow (TSVE Bielefeld).
Foto: F.Gontek

Janus einsam in der Siegerspur

11. BÖCKSTIEGELLAUF: Solbader ist sogar fürs Begleitfahrrad fast zu schnell / Premierensieg auch für Franzi Bossow

   Unter frühherbstlicher Sonne und bei fast optimalen Laufbedingungen endete das 18-Kilometer-Hauptrennen des 11. Böckstiegel-Laufs mit ungefährdeten Erfolgen der Favoriten, die beide übrigens dem Jahrgang 1987 angehören: Damian Janus (LC Solbad Ravensberg) holte zum dritten Mal einen Männersieg in den Altkreis. Und bei den Frauen bezwang die Bielefelderin Franzi Bossow Solbads W 40-Seniorin Victoria Willcox-Heidner, drehte also gegenüber dem Vorjahr den Spieß um. Es war wie bei Janus auch für Bossow der erste Sieg beim Böckstiegel-Lauf.

Um 14.10 Uhr setzte sich bei Peter auf’m Berge das imposante Starterfeld von gut 900 Laufbegeisterten in Bewegung; am Ziel auf dem Venghauss-Platz wurden dann genau 899 Finisher gezählt – 680 Männer und 219 Frauen. „Ich kannte die Strecke ja noch nicht, hatte mir aber eine Zeit unter 1:02 Stunden vorgenommen. Und das ist mir mit 1:00:55 auch gelungen“, strahlte Debütant Janus nach dem Rennen. Bereits nach zwei Kilometern hatte sich der 27-Jährige, dessen nächstes großes Ziel der Essen-Marathon am 12. Oktober ist, von der Konkurrenz abgesetzt. Bei Kilometer sieben, der »knackigen« Steigung in der Nähe des Hauses Ascheloh, hatte Janus nur noch das Begleitfahrrad neben sich. Fahrer Tobias Limberg musste ordentlich in die Pedale treten, um mit dem späteren Tagessieger mitzuhalten.
„Wie schon in meiner Waldenburger Heimat laufe ich besonders gern im Berg“, verriet der neue Leistungsträger des LC, „deshalb hat mir dieser Abschnitt heute mehr zugesagt als die Straßen im Tal.“ Fast zwei Minuten nach Janus überquerte Michael Brand aus Brakel, der Sieger des Jahres 2008, die Ziellinie. „Ich wäre gern an ihm drangeblieben, konnte das aber nicht ganz schaffen“, bedauerte Jan Kerkmann, mit 22 Jahren der Jüngste unter den Top Ten. Aber er freute sich zugleich, das Bielefelder Duell gegen Max Ludwig gewonnen zu haben.
Zweitbester Solbader war Dirk Strothmann, mit zwei Siegen und zahlreichen Medaillenplätzen der bislang erfolgreichste Böckstiegelläufer. „Wegen meines Trainingsdefizits rechne ich mir heute nicht viel aus“, hatte er sich vor dem Start skeptisch gezeigt, war dann aber mit seinem sechsten Rang nicht unzufrieden: „Es lief ganz passabel, nachdem ich mich anfangs zurückgehalten habe. Nächstes Jahr laufe ich wieder schneller.“ Dirks Bruder Jörn wurde Elfter, Raoul Kempmann als bester Wertheraner 14. – und Jungtalent Paul Moritz Hundeloh (TuS Brockhagen) sicherte sich auf Rang 23 den U 18-Klassensieg. Für Kempmann war es übrigens das dritte Mal in Folge, dass er beim Böckstiegel-Lauf der schnellste Mann aus der Heimatstadt des Namensgebers war.
Schon ihre zum Jubel ausgestreckten Arme zeigten an, wie wichtig Franzi Bossow dieser Sieg nach einer anstrengenden Triathlonsaison war: „Was die Strecke und vor allem ihren Schlussabschnitt angeht, ist dies ja nicht mein Lieblingslauf. Umso mehr freue ich mich, ihn erstmals gewonnen zu haben.“ Zielsprecher Henning Tonn fasste es so zusammen: „Die alte Taktik. Als Erste loslaufen und keine mehr vorbeilassen.“ So war es schließlich, doch auch bei Bossows Vorgängerin Victoria Willcox-Heidner herrschte Zufriedenheit: „Zuletzt bin ich ja noch etwas herangekommen, für mich hätte die Strecke vielleicht länger sein sollen.“
Auf Rang drei beeindruckte erneut ihre LC-Vereinskollegin Sabine Engels, die in der W 45 nicht zu schlagen war und sich gegenüber dem Vorjahr um 36 Sekunden verbesserte. Ihre einfache Erklärung bei der Siegerehrung: „Ich trainiere immer mit Victoria.“ In die Top Ten lief auch die W 50-Klassenbeste Adelheid Grumbach; herausragende W 60-Seniorin war einmal mehr Marianne Niemann.
Eine Läuferin, die nicht ganz vorn in den Ranglisten zu finden ist, war Laura Blißenbach, die sich wie berichtet mit einigen Fußballkolleginnen vom TuS Langenheide auf den Böckstiegel- Lauf vorbereitet hatte. Ihr gestecktes Ziel, unter zwei Stunden zu bleiben, erreichte sie locker. Bei 1:54,09 Stunden blieb die Uhr stehen. „Damit bin ich zufrieden“, sagte Blißenbach. TuS-Kickerin Geesje Neuhaus war sogar nach 1:40,18 Stunden im Ziel, womit sie Platz zehn der Altersklasse W 20 erreichte.

Von Claus Werner Kreft und Claus Meyer
Haller Kreisblatt vom 29.09.2014

Wald- Straßen- und Wiesenlauf: Die Mischung macht’s. Zur elften Auflage des Böckstiegel-Laufs werden rund 1500 Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen erwartet. (Foto: P. Kreutzer)

Selbst die Bürgermeisterin geht mit

11. BÖCKSTIEGELLAUF: Veranstalter LC Solbad rechnet mit Rekordbeteiligung

Werther. Marion Weike hat einen Fehler gemacht. Das sagt sie selbst. „Ich habe letztes Jahr zugesagt, dass ich beim 11. Böckstiegel-Lauf dabei bin“, erklärt Werthers Bürgermeisterin. Und weil Lauf-Organisator Friedhelm Boschulte eben ein gutes Gedächtnis hat, erinnerte er sie an dieses Versprechen. So wird sich Weike – versprochen ist versprochen – am Samstag, 27. September, mit schätzungsweise 1500 anderen Teilnehmern auf den Weg von Peter auf’m Berge nach Werther machen.

„Ich laufe einfach nicht gerne, deshalb walke ich die Strecke“, erklärte sie und bedankte sich anschließend bei allen, die mit ihrem Einsatz die Durchführung des Großereignisses ermöglichen. Von den Azubis der Stadtverwaltung, die im Wettkampfbüro helfen, über Oberstufenschüler des Evangelischen Gymnasiums, die beim Kleidertransport der Läufer und Läuferinnen Unterstützung leisten, bis hin zu den vielen Streckenposten werden etwa 80 Helferinnen und Helfer am 27. September im Einsatz sein, um den nach dem Hermannslauf zweitgrößten Landschaftslauf wieder reibungslos über den »Kamm« zu bringen.
Die bisherigen Anmeldezahlen lassen eine neue Rekordbeteiligung erhoffen. 1250 Läuferinnen und Läufer hat Boschulte bislang auf seiner Liste. „2012 hatten wir mit 1463 die meisten Finisher, im vergangenen Jahr mit 1540 die höchste Anmeldezahl. Wenn wir beides übertreffen, bin ich zufrieden“, sagt Boschulte. In allen Klassen (10-Kilometerlauf, 18- Kilometerlauf, 10-Kilometer- Walking und 3-Kilometer- Schülerlauf) sind noch Meldungen möglich – bis zum 23. September im Internet unter www.mikatiming.de, am Abend vor dem Lauf von 17 bis 19 Uhr und auch noch am Wettkampftag ab 11 Uhr im Wettkampfbüro in der Grundschule an der Mühlenstraße.
Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter einen Busverkehr eingerichtet, mit dem die Läuferinnen und Läufer zum Startplatz Peter auf’m Berge transportiert werden, wo um 14 Uhr der Startschuss erfolgt.
Der Böckstiegel-Lauf ist erneut eingebunden in den Active-Trail-Running-Cup, eine Serie von sechs Landschaftsläufen der Region. 600 Läuferinnen und Läufer haben dafür gemeldet, etwa 450 von ihnen erwartet Boschulte beim Böckstiegel-Lauf. Die Serie begann am vergangenen Sonntag mit dem Lauf auf dem Ostwestfalendamm, dessen Sieger auch bei den 18 Kilometern in Richtung Werther ganz vorn erwartet werden. „Damian Janus vom LC Solbad und die Bielefelderin Franzi Schmidt sind die Favoriten“, erklärt Boschulte. Auch der Lokalmatadorin Sabine Engels aus Werther wird ein Platz in der Spitzengruppe zugetraut. Den Siegern und Platzierten winken wertvolle Preise, die unter anderem von der WerbeGemeinschaft Werther und Sponsoren wie dem Haller Kreisblatt und der Kreissparkasse Halle gestiftet wurden. Anders als in den vergangenen Jahren gibt es für die Teilnehmer kein Lauf-T-Shirt. „Wir haben für alle eine Überraschung“, sagt Boschulte. Welche, will er nicht verraten. Und so wird sich auch Marion Weike gedulden, bis sie nach Erreichen des Ziels ihr Präsent entgegennehmen kann.
Vielleicht wird sie vorher auch noch auf dem Venghauss-Platz, wo auch in diesem Jahr die Praxis für Physiotherapie Majer ihre Zelte aufschlagen wird, eine kostenlose Massage für die müden Beine in Anspruch nehmen. Und wer weiß, vielleicht hat Werthers Bürgermeisterin bis dahin ja auch den Spaß am Laufen entdeckt.

Von Heiko Kaiser, Haller Kreisblatt vom 19.09.2014