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Die Einsamkeit des Böckstiegel-Läufers: Dem Sieger Amanal Petros – hier zirka bei Kilometer 6,5 – konnte schon früh niemand mehr folgen. (Foto: C. Meyer)

Amanal allein im Wald

18 KILOMETER: Petros verteidigt Titel und pulverisiert Bestzeit / Überraschungssieg für Victoria Willcox-Heidner

Werther. Das schöne Herbstwetter und die sportlichen Highlights machten den 10. Böckstiegel-Lauf zum unvergesslichen Erlebnis für Aktive und Zuschauer. Dank einer starken Schlussphase bezwang Victoria Willcox-Heidner die Mitfavoritin Franzi Schmidt und bescherte ihrem Verein, dem Ausrichter LC Solbad Ravensberg, den zweiten Frauensieg. Das Männerrennen krönte Titelverteidiger Amanal Petros mit einem fabelhaften Streckenrekord.

Es war nur ein Moment, unweit“ „der Kehre nahe dem Haus“ „Ascheloh. Dort, wo bald darauf“ „der steilste Anstieg auf die Böckstiegel-Läufer wartet, fiel ein heller Sonnenstrahl auf den Waldweg – und ließ den einsamen Amanal Petros auf seinem Weg zur Titelverteidigung kurz wie eine Lichtgestalt erstrahlen. Fern aller Symbolik bleibt festzuhalten: Eine wirkliche Prüfung für Petros waren weder Anstieg noch die herausragende Bestzeit. „Nach zwei Kilometern war Amanal weg“, wusste der drittplatzierte Max Ludwig bei der Siegerehrung zu berichten. Und ward bis zum Venghauss-Platz nicht mehr gesehen.
Petros, 18-jähriger Asylbewerber aus Äthiopien, ließ dem Rekord des Kenianers David Plimo (59:58 Minuten/2005) keine Chance und hob ihn mit 58:35 Minuten auf ein neues Niveau. Er folgte also nicht der Empfehlung seines TSVE-Vereinstrainers, sich zurückzuhalten. Sofort machte er Druck und vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich – bis auf rund fünfeinhalb Minuten. „Den Streckenrekord hatte ich gar nicht im Auge“, erklärte er, „heute hatte ich einfach Lust, schnell zu laufen, und fühlte mich bis zuletzt locker.“ Der deutsche 5000-Meter- Jugendvizemeister hat hohe Ziele: „Irgendwann möchte ich mal bei Olympia starten, das ist mein Traum.“ Petros lief vorgestern in einer eigenen Liga, aber auch die Nächstplatzierten boten respektable Leistungen.
Robin Beer aus dem münsterländischen Gronau, wegen seines Gerichtsreferendariats in Bielefeld bei vielen OWL-Läufen und auch beim Trailrunning-Cup am Start, sicherte sich überraschend klar den zweiten Rang. Er tendiert zu den langen Strecken bis zum Marathon: „Alles über 15 Kilometer ist gut.“ Anfangs lief Breer eine Zeitlang mit dem Solbader Dirk Strothmann, dann mit Max Ludwig, der ihm bald aber auch nicht mehr folgen konnte. Strothmann hoffte, noch mal an Ludwig ranzukommen. „Dann sah ich ein, dass es nicht mehr reichen würde. Auch wenn ich erstmals nicht zu den drei Besten gehöre: Ich bin sehr zufrieden.“ Vollste Zufriedenheit auch beim Borgholzhausener Daniel Knoepke, der sich vom 27. auf den fünften Platz verbesserte. Knoepke: „2012 hatte der Triathlon Vorrang.“
Während Petros’ Triumph erwartet kam, überraschte der Sieg von Victoria Willcox-Heidner. Sie konnte sich ihren Erfolg auch eine halbe Stunde nach der Zielankunft bei einem Becher Tee noch nicht erklären. „Es ist einfach gut gelaufen“, sagte Willcox- Heidner. Nach rund zwei Kilometern war sie auf Sichtkontakt mit der Favoritin Franziska Schmidt. Bergab lag Schmidt noch vorn, bis die 14 Jahre ältere Victoria Willcox-Heidner bei Rosen-Steffen aufschloss und vorbeizog. Schmidt erwies sich als faire Verliererin, konnte aber eine leichte Enttäuschung nicht verbergen: „Man hofft ja, noch mal kontern zu können. Doch die Beine waren schon zu müde.“
Der Lokalmatadorin Sabine Engels, die lange verletzt ausgefallen war und jetzt als Dritte ihren größten Erfolg feierte, war ihr Glück anzumerken. Sie verdrängte Mareike Walkenhorst von deren Stammplatz und ließ als W 45-Beste die dreimalige Hermannslaufsiegerin Heike Mohn hinter sich.

Von Claus-Werner Kreft und Claus Meyer, Haller Kreisblatt vom 30.09.2013

Die Nachmelder dominieren

10 KILOMETER: Siege für Sansar und Pfeiffer

 Werther (cwk). Zwei Kurzentschlossene werteten den Wettbewerb über zehn Kilometer auf: Vorjahressiegerin Ilona Pfeiffer (LC Solbad) und überraschend auch der über viele Jahre hinweg beste OWLLangstreckler Elias Sansar aus Detmold hatten nachgemeldet. Damit waren die Hauptrollen vergeben – und beide spielten sie souverän.

Während des gesamten Rennens war Sansar (32:31 Minuten) allein auf weiter Flur. Bis zum Ziel nahm der Hermannslauf- Seriensieger dem Marienfelder Tobias Jazbec mehr als zwei Minuten ab. Aus lokaler Sicht ist der Leistungssprung des 15-jährigen Justus Struck vom Gymnasium Werther hervorzuheben: Vor zwölf Monaten benötigte er 41:49 Minuten, jetzt unterbot er mit 39:50 das 40er Limit.
„Für mich war es ein Test nach meiner Wettkampfpause. Ich konnte ihn entspannt absolvieren, weil starke Konkurrentinnen heute fehlten“, kommentierte Ilona Pfeiffer ihren Start- Ziel-Sieg in 38:48 Minuten. Pfeiffer landete vor der jungen Brackweder Hindernislaufspezialistin Isabel Dickob sowie ihren Vereinskolleginnen Siemke Lüdorff und Antje Strothmann.

Haller Kreisblatt vom 30.09.2013

Viel Spaß, weniger Starter

Drei-Kilometer-Schülerlauf bleibt mit 182 Startern hinter den Erwartungen des Veranstalters zurück

Werther (flogo). Lasse (12) hat schwere Beine. Sein blauer Wettkampfdress ist nassgeschwitzt. Er hat alles gegeben. Bei Claudia Tscheche von der Praxis für Physiotherapie Majer aus Werther – sie hat für die erschöpften Sportler ein Massage- Zelt bereitgestellt – lässt Lasse sich die Beine massieren.

Friedhelm Boschulte, Vorsitzender des austragenden LC Solbad Ravensberg, hätte sich über mehr engagierte Starter wie Lasse gefreut. Etwa 100 Schüler weniger sind in diesem Jahr bei Rosen Steffen auf die 3200 Meter gegangen – nun betreibt der LC Ursachenforschung.
„Persönlich“, sagt Friedhelm Boschulte, „habe ich mehr vom Schülerlauf erwartet“. 182 junge Starter in den Altersklassen U 8 bis U 16 waren es in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr sind es gut 100 mehr gewesen. „Man macht sich natürlich Gedanken, warum der Schülerlauf schwächelt, während der Zehner und die 18-Kilometer- Distanz zulegen“, so Boschulte. Beim LC hatte man in diesem Jahr nur Kleinigkeiten am Konzept geändert. Die Strecke war etwa 200 Meter länger, um den jungen Sportlern einen breiteren Startplatz zu liefern und den Bustransfer zu erleichtern. Drei Extra-Shuttlebusse nur für den Schülerlauf waren bei der Jubiläumsauflage des »Böckstiegel« im Einsatz. „Das hat sich bewährt“, so Boschulte. Am Konzept des Schülerlaufes will er festhalten. „Hätten wir in diesem Jahr 50, 60 Kinder mehr gehabt, wären wir hochzufrieden gewesen.“
Meggi, Jasper und Julia (alle 9 Jahre alt) waren das auch so. „Spaß“ hatten sie, erzählen die drei Schulfreunde der Grundschule Langenheide – allesamt sind schon zum dritten Mal am Start. Nach anstrengenden gut drei Kilometern gönnen sie sich im Zielbereich nach einer kühlen Erfrischung einen fruchtigen Snack, um der Erschöpfung entgegenzuwirken. Die drei Grundschüler stehen vor dem Stand des Apfelgartens Linhorst. Der Obstspezialist aus dem Isingdorfer Bruch hat 150 Kilo frisch gepflückte Äpfel auf den Venghauss- Platz gebracht – alles Elstar. Die Apfelsorte, die ursprünglich in den Niederlanden gezüchtet wurde, war im vergangenen Jahr der in Deutschland meistangebaute Apfel.
Meggi, Jasper und Julia ist das egal, ihnen schmeckts. Wichtig ist den Freunden bei allem Spaß auch die Platzierung. Gespannt blicken die drei auf die Siegerehrung. Dort werden sie mit ihrer Grundschule Werther-Langenheide als starterstärkste Schule (40 Sportler) mit einer 100-Euro- Geldspende des Haller Kreisblatts geehrt. Und so galt nicht nur für Lasse, sondern auch für die drei Langenheider Grundschüler: erschöpft, aber glücklich.

Haller Kreisblatt vom 30.09.2013

Petros pulverisiert den Rekord

10. Böckstiegel-Lauf: 18-Jähriger siegt überlegen – Willcox-Heidner und Engels stark

We r t h e r (WB). Ein Favoritensieg mit sensationellem Streckenrekord und eine echte Überraschung in der Frauenwertung: Der 10. Böckstiegel- Lauf hat an der Spitze und in der Breite mit insgesamt 1453 Teilnehmern im Ziel Maßstäbe gesetzt. Ideale Bedingungen trugen zu einem Breitensportfestival mit Voksfestcharakter am Ziel auf dem Wertheraner Venghaussplatz bei.

Nach seinem Vorjahressieg und dem starken Solo beim 5000-m- Bahnmeeting in Borgholzhausen Anfang Juli gab Amanal Petros eine weitere Kostprobe seines Ausnahmetalents. Der gebürtige Äthiopier vom TSVE Bielefeld schaffte die 18 km von der Teuto- Passhöhe Peter auf'm Berge bis nach Werther in 58:35 Minuten – 1:24 schneller als der kenianische Profi David Plimo beim bisherigen Streckenrekord im Jahr 2005. Petros' Trainer Gerd Grundmann hatte dem 18-Jährigen aufgetragen, auf dem anspruchsvollen Kurs nicht an die absolute Leistungsgrenze zu gehen. Aber der deutsche U20-Vizemeister über 5000 m sagte mit einem entwaffnenden Lächeln: »Die Strecke war so schön – da musste ich so schnell laufen. Von einer Rekordzeit habe ich gar nichts gewusst.«
Während die Zuschauer fünfeinhalb Minuten auf den zweitplatzierten Robin Breer (TV Gronau) warten mussten, gab es bei den Frauen spannende Duelle um die Plätze eins und drei. Victoria Willcox-Heidner (LC Solbad) präsentierte sich in toller Form, siegte in exakt 1:15:00 Std. – 33 Sekunden vor Favoritin Franziska Schmidt (TSVE Bielefeld). Damit drehte sie beim zweiten Wertungslauf des Active-Trailrunning-Cups im Vergleich zum Auftakt beim Bielefelder Run&Roll-Day den Spieß um. »Franzi hatte sich auf dem Bergab-Stück bei der Hälfte der Strecke etwas abgesetzt, aber ich habe auf den Straßenabschnitten wieder aufgeschlossen. Gut drei Kilometer vor dem Ziel konnte ich dann vorbeigehen und mich absetzen«, beschrieb Willcox- Heidner ihr nahezu perfektes Rennen. »Bei den Bedingungen war es wunderschön – vor allem die letzten paar hundert Meter mit viel Publikum beim Zieleinlauf«, freute sich die Hallerin.
»Ich trainiere jetzt oft mit Sabine Engels zusammen, das macht richtig Spaß«, berichtete die Siegerin. Davon scheinen beide Vereinskameradinnen zu profitieren. Denn Engels lief bei ihrem Heimspiel in Werther erstmals aufs Siegerpodest, holte sich in 1:16:56 Std. Rang drei und hielt die Vorjahresdritte Mareike Walkenhorst mit zehn Sekunden Vorsprung in Schach. Schnellster Läufer aus Werther war Raoul Kempmann als Gesamtsiebter und Klassensieger der M45.
Dirk Strothmann, in der neunjährigen Geschichte des Laufs bisher achtmal auf Podestplätzen, verpasste das Treppchen als Vierter diesmal um eine Minute hinter Petros, Robin Breer (TV Gronau) und Triathlet Max Ludwig (SV Brackwede). »Mehr ist zurzeit nicht drin. Als ich nach fünf Kilometern hinter Petros und Ludwig mit Robin Breer gelaufen bin, wusste ich schon: Breer kommt immer in der Schlussphase«, sagte Strothmann ohne Groll. Die Vermarktung der von ihm entwickelten Fahrradbeleuchtung »Magnic Light« nimmt den Barnhausener zurzeit voll in Anspruch. Auch Daniel Knoepke (Borgholzhausen) war als Fünfter mit seinem Resultat zufrieden. Als Zehnter gewann der Ex-Solbader Bernd Nedderhoff (Lübbecke) die M50-Wertung.

Von Gunnar Feicht, Westfalenblatt vom 30.09.2013

Strahlendes Jubiläum in Böckstiegels Farben

Rund um das Laufereignis: 10-km-Siegerin Pfeiffer endlich wieder schmerzfrei

Ein Lauf wie gemalt« überschrieb das WESTFALENBLATT 2004 die Berichterstattung zur Premiere des Böckstiegel- Laufs. Und diese Schlagzeile fasst auch die zehnte Auflage zum Jubiläum treffend zusammen. Strahlender Sonnenschein tauchte die herbstliche Landschaft zwischen Teutoburger Wald und Werther in satte Farben – Farbtöne, die auch in den Gemälden von Peter-August Böckstiegel, dem Namensgeber des Laufs, das Bild beherrschen.
Traumhafte äußere Bedingungen sorgten für einen wahren Ansturm auf die Nachmeldeschalter. Mit insgesamt 1453 »Finishern « (944 im Hauptlauf, 291 über 10 km, 36 Walker und 182 Jungen und Mädchen im Schülerlauf) blieb die Jubiläumsauflage nur knapp hinter dem Teilnehmerrekord vom Vorjahr (1485). »Wir sind sehr zufrieden. Trotz des Andrangs konnten wir diesmal die Starts pünktlich abwickeln. Der letzte Bus war 20 Minuten vor dem Start auf dem Parkplatz Peter auf'm Berge«, sagte Friedhelm Boschulte vom Ausrichter LC Solbad Ravensberg. »Es hat sich ausgezahlt, dass wir drei eigene Busse für den Schülerlauf bereit gestellt haben. Dadurch kam kein Stress auf.« In der vergangenen Woche hatten die LC-Mitglieder Richard Schürmann und Henning Weßling im Wald noch Stolperfallen und vom Regen ausgewaschene Passagen begradigt – für optimalen Laufgenuss.
Die Spitzenpositionen des 10-km-Laufs waren diesmal so prominent besetzt wie nie zuvor. Elias Sansar, der siebenfache Hermannslauf- Sieger, ging Amanal Petros aus dem Weg und gewann die Kurzdistanz überlegen – ein Tempotest vor seinem Start beim Essen-Marathon, für den er am 13. Oktober gemeldet hat. Bei den Frauen war der Sieg von Ilona Pfeiffer kein Novum – er hat in dieser Saison aber eine besondere Bedeutung: Abgesehen von zwei Starts unter großen Schmerzen bei der Nightcup-Straßenlaufserie hatte die Topläuferin des LC Solbad diese Saison in der Zuschauerrolle verbracht – aus Verletzungsgründen. »Heute lief es aber super. Ich bin endlich schmerzfrei«, strahlte die 38-Jährige.
Dahinter platzierte sich Isabel Dickob (SV Brackwede/früher LC Solbad), die in Werther groß geworden ist, gefolgt von den beiden Solbaderinnen Siemke Lüdorff und Antje Strothmann. Strothmann ereilte auf der Ravensberger Straße, wenige Meter vor dem Ziel ein Missgeschick, dass der früheren Spitzenläuferin des LC Olympia Dortmund in 30 Jahren Wettkampfsport noch nicht widerfahren ist: »Wir wollten eigentlich gemeinsam ins Ziel laufen. Aber dann ist mir zum ersten Mal der Doppelknoten am Laufschuh aufgegangen.
Der »Zehner«, ohne den schweren Anstieg zum 316 m hohen Hengeberg, erwies sich auch für Sportler aus anderen Sparten als ideales Angebot für einen Abstecher zum Laufsport. Die Bezirksliga- Fußballerinnen des TuS Langenheide legten nur einen Tag vor dem Punktspiel gegen SC Enger noch eine Konditionseinheit ein und ließen sich von den »Langenheider Almläufern« im eigenen Verein zum Start motivieren. Als Schnellste lief Geesje Neuhaus nach 54:43 Minuten ins Ziel.
Am Rand des Laufs bekräftigte Boschulte, dass im Juni 2014 die 39. Nacht von Borgholzhausen mit einem Hauptlauf über die neue Distanz von 10 km stattfinden soll. »Wir brauchen allerdings noch einen entsprechenden Vorstandsbeschluss. Danach muss die Arbeitsgruppe, die sich für das Projekt gebildet hat, in die Detailplanung gehen«, sagte der LC-Vorsitzende.

Westfalenblatt vom 30.09.2013

Der pure Genuss – auch nach dem Lauf

Zehnter »Böckstiegel« klingt mit großem Familienfest auf dem Venghaussplatz aus

We r t h e r (WB). Die Jüngsten werden die Ersten sein: Beim 10. Böckstiegel-Lauf haben die Kinder und Jugendlichen beim Rennen der Schüler vor den Assen im Hauptlauf der den Applaus der vielen Zuschauer genossen. Auf dem Venghaussplatz fand ein sportlicher Familientag seinen Höhepunkt.

Nach 3,2 Kilometern (Start bei Rosen-Steffen) erreichte der Läufer-Nachwuchs vor den Augen zahlreicher Fans und der stolzen Eltern das Ziel. Schnellster war Niklas Zschau (Bielefelder TG), der mit 9:46 Minuten ein mehr als respektables Ergebnis erzielte. Auch Wertheraner Heimsiege gab es zu feiern. Kalle Nienaber wurde Erster in der Wertung der »Unter Achtjährigen« mit 15:39 Minuten. Bei der Siegerehrung machte der kleine Kalle dann ganz große Augen. Von Ulrich Diekhaus (Werbegemeinschaft Werther) bekam er für den ersten Platz einen Modell-Hubschrauber überreicht. Bei den Mädchen war Sophie- Marie Kohlhase vom TuS Jöllenbeck in 11:25 Minuten die Schnellste. Als Vierte und erste Läuferin aus dem Altkreis holte sich Sarah Strothmann vom LC Solbad in 13:34 Minuten den Sieg in der Altersgruppe U10. Insgesamt 77 Mädchen und 104 Jungen erreichten das Ziel, ehe sich die Teilnehmer des 10- und des 18-Kilometer- Laufs feiern ließen. Beim Mannschaftslauf über drei Kilometer hatten die Wertheraner Schüler jedoch das Nachsehen. Denn dort belegten die Läufer des TSVE 1890 Bielefeld mit 12:54 Minuten den ersten Platz, gefolgt vom LC Solbad Ravensberg mit 15:05 Minuten.
Die müden Muskeln konnten sich die insgesamt fast 1500 Läuferinnen und Läufer im Massagezelt der Praxis für Physiotherapie von Markus Majer und Hilke Engel- Majer lockern lassen. Das Wertheraner Ehepaar und seine Töchter steht für das familiäre Flair der gesamten Veranstaltung. Markus Majer und seine Frau Hilke waren bei allen zehn Läufen aktiv dabei. »Seit dem dritten Jahr haben wir dann auch das Massagezelt aufgebaut. Das ist ja sonst bei allen großen Lauf-Veranstaltungen Usus. Nur hier hatte so etwas noch gefehlt«, erklärt das Wertheraner Ehepaar. Die gesamte Familie ist inzwischen läuferisch aktiv. »Ich habe vorher Volleyball gespielt. Doch nach der Geburt meiner beiden Töchter war die Teilnahme am Spielbetrieb nicht mehr möglich«, berichtet Hilke Engel-Majer. Also gingen die Majers laufen – mit dem Babyjogger. Als dann der Böckstiegellauf ins Leben gerufen wurde, war für die beiden Hobbysportler klar: Da machen wir mit. Es sei immer noch ein purer Genuss, die abwechslungsreiche Strecke zu laufen: »Mein Mann läuft ja noch zweimal im Jahr einen Marathon. Das ist dann schon eine andere Hausnummer. Natürlich steckt man sich auch hier ein persönliches Ziel. Aber im Vordergrund stehen der Spaß und die schöne Strecke«, erklärt Hilke Engel-Majer.
Das Ehepaar hat auch seine Kinder für den Böckstiegellauf begeistert. Die 14-jährige Josie, bereits bei Schülerläufen vorne dabei, debütierte bei den Erwachsenen über 10 Kilometer und gewann in 53:15 Minuten die Jugendwertung U16. Ihre ältere Schwester Leslie (17) lief erstmals die 18 Kilometer und belegte in 1:44:33 Stunden den zweiten Rang der weiblichen Jugend U20. »Aber so schnell wie Mama bin ich dann doch nicht«, muss sie lachend zugeben. Den familieninternen Wettbewerb gewann Markus in 1:21,27, während sich seine Frau ein wenig ärgerte, die anvisierte 1:30 um neun Sekunden verpasst zu haben.
Mit der Zielankunft ist der Böckstiegellauf für die Majers noch nicht vorbei. »Wir ruhen uns eine Viertelstunde aus, trinken etwas, und dann legen wir auch selbst Hand an«, stellt Markus klar. Denn die Nachfrage im Massagezelt steigt von Minute zu Minute. Im Akkord kneten die Mitarbeiterinnen der Praxis Majer die Muskeln der Läufer durch. »Das wird bei uns schon im Einstellungsgespräch klar gestellt: Der Böckstiegelsamstag ist der einzige Arbeits- Samstag«, erklärt Hilke. Und Markus ergänzt: »Abends gehen wir dann mit der ganzen Mannschaft noch schön essen. Das ist dann ein toller Ausklang und runder Abschluss des Tages.«

Von Jens Horstmann, Westfalenblatt vom 30.09.2013