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Los gehts: Beim Start bei Peter auf’m Berge versteckt sich Amanal Petros (ganz links mit der weißen Mütze) noch hinter dem späteren Zehnten Ingo Wissmann (Nummer 966). Am Ende hatte Petros nicht nur Wissmann, sondern alle Konkurrenten abgehängt. (Foto: C.-W. Kreft)

Petros gewinnt das Generationenduell

9. BÖCKSTIEGELLAUF: TSVE-Jungtalent besiegt Routinier Lundström / Silke Pfenningschmidt verteidigt Titel souverän

    Werther (cwk). Nach dem 18-km-Hauptrennen blickte man fast nur in zufriedene Gesichter – kein Wunder bei dem angenehmen Laufwetter, den guten Bodenverhältnissen im Berg und der einmal mehr tollen Stimmung. Auch sportlich hielt die neunte Auflage, was sie versprochen hatte: Titelverteidigerin Silke Pfenningschmidt begeisterte mit ihrem souveränen Start-Ziel-Sieg und im starken männlichen Spitzenfeld setzte sich ein 17-Jähriger durch, dessen Teilnahme niemand auf der Rechnung hatte: Amanal Petros.

     Das aus Äthiopien stammende, erst seit wenigen Monaten in Bielefeld lebende TSVE-Talent feierte bereits seinen dritten Erfolg im Altkreis. Ende Juni hatte Petros den Oesterweger »Zehner« und bald darauf den Borgholzhausener 5000-m-Bahnlauf gewonnen. Jetzt bewies er sein Potenzial auch im Gelände und auf ungewohnt langer Distanz. „Der Lauf mit seinem Auf und Ab hat mir sehr gefallen“, strahlte der sympathische Sunnyboy.
     So sehr sich Vorjahrssieger Ingmar Lundström (40) auch mühte, er konnte nicht verhindern, dass ihn der Youngster bis zuletzt auf Distanz hielt. „Er wirkte sehr locker“, beobachtete der Gütersloher und zeigte sich später keineswegs enttäuscht: „Natürlich gewinnt man lieber, aber ich habe mein Ziel erreicht, mich wieder meiner drei Jahre alten Bestzeit zu nähern.“ Das Rennen sei ihm viel leichter gefallen als im Vorjahr. Und die Bergpfade habe man nach dem Regen unerwartet gut belaufen können.
     Zufriedenheit pur auch beim LC-Lokalmatador Dirk Strothmann, der zwei 10-km-Starts als gute Vorbereitung sah: „Mehr konnte ich heute nicht erreichen. Ich freue mich einfach, dass ich meine Serie halten und jeden meiner acht Starts auf einem Medaillenrang beenden konnte“, erklärte der zweimalige Sieger. Nur einmal hatte er, mit Rücksicht auf einen Marathon, den »Böckstiegel« ausgelassen.
     Anfangs lag der Solbader nur an sechster Stelle, machte dann bis zur Kehre vor dem harten Aufstieg zum Teuto-Kammweg zwei Plätze gut. Sein Konkurrent um den Bronzerang, der bereits 47-jährige Marienfelder Ulrich Christmann, hatte (zu) schnell begonnen und war gleich an die Spitze gestürmt. „Dafür musste ich später büßen“, räumte er ein.
     Immerhin aber hielt er den 4. Platz gegen keinen Geringeren als den Kölner Sebastian Weiss, der 2007 Marcus Biehl herausforderte und Zweiter wurde. Er ist 20 Jahre jünger als Christmann, auch hier kam es zum Duell der Generationen. Fast unbemerkt lief der Hermannslaufsieger von 2007, Ronny Seifert aus Furtwangen, auf Rang 17 ein.
     „Ich habe heute nichts riskiert und bin bergab vorsichtig gelaufen“, berichtete die einsame Siegerin Silke Pfenningschmidt, die muskuläre Probleme befürchtet hatte. Letztlich sei aber alles glatt verlaufen. Besonders genossen hat die junge Lehrerin die Atmosphäre vor dem Start: „Dort sprachen mich viele, die ich zum Teil noch gar nicht kannte, auf meinen Erfolg beim Jungfrau-Marathon an und gratulierten.“
     »Silber« ging vorgestern an den Ausrichter LC Solbad: Victoria Willcox-Heidner, endlich vom Pfeifferschen Drüsenfieber genesen, das sie seit dem Frühjahr 2011 geplagt hatte, fand zurück zu früherer Stärke. Sie hat wieder mehr ins Training investiert und auch an ihrer Schwäche, dem Bergauflaufen, gearbeitet: „Ich bin öfters die Originalsteigung zum Kamm hinauf gerannt, um mich auf sie vorzubereiten.“
     Schon immer ist sie gut und gern »downhill« gelaufen. Und so reichte es, jüngere Konkurrentinnen wie Mareike Walkenhorst und die (lange verletzte) ehemalige Hermannslaufsiegerin Franzi Schmidt klar hinter sich zu lassen. Was aber soll man noch zu Marianne Niemann sagen? Die fast 59-jährige Solbaderin lief als Gesamtsiebte ins Ziel – chapeau!

Haller Kreisblatt vom 01.10.2012

Nur einer ist schneller

Ilona Pfeiffer überragt beim »Zehner«

   (cwk). Ilona Pfeiffer, die frühere Deutsche Marathonmeisterin vom LC Solbad Ravensberg, wertete den 10-km-Wettbewerb auf. Ohne ihre erneute Teilnahme hätte der »Zehner« noch mehr im Schatten des Hauptrennens gestanden, für das sich alle anderen Asse der Region entschieden hatten. Mit exzellenten 37:22 Min. unterbot Pfeiffer ihre Vorjahrszeit (38:33) deutlich.
     Die zweite Frau, W45-Seniorin Silke Blasey, lag fast siebeneinhalb Minuten zurück; Siemke Lüdorff (LC Solbad), schon 2010 Dritte, wiederholte diesen Rang. Nur einer von 142 männlichen Konkurrenten, der Bielefelder Holger Krause, erreichte das Ziel vor Ilona Pfeiffer, die streckenweise mit ihm zusammen gelaufen war. „Für mich war es ein gelungenes Rennen, das Spaß gemacht und meine gute Form bestätigt hat“, resümierte die Siegerin, die vielleicht noch den einen oder anderen Wettkampf im Herbst bestreiten will.
     Der »Zehner« wurde auch zur Bühne für bislang unentdeckte Nachwuchstalente wie Justus Struck (Ev.Gymnasium Werther, M14) oder der noch zwei Jahre jüngere Piet Kisker (BV Werther). Schnellste U18-Jugendläuferin war Leslie Majer (Physiotherapie Werther).

Haller Kreisblatt vom 01.10.2012

Offener Schuh – dennoch pfeilschnell

Lundström gratuliert Ausnahmetalent Petros: »einfach klasse« – Pfenningschmidt plaudert und siegt vor Willcox-Heidner

W e r t h e r (WB). Erst seit sieben Monaten lebt Amanal Petros in Deutschland. In der heimischen Läuferszene hat er sich mit überragenden Zeiten und Siegen über die Fünf- und Zehn-Kilometer-Distanz schnell einen Namen gemacht. Samstag beim Böckstiegel-Lauf in Werther feierte der 17-jährige Äthiopier vom TSVE Bielefeld seine Premiere über 18 Kilometer – und lief der Konkurrenz in 1:01:33 Stunden erneut auf und davon.

»Das war anstrengender als die Zehn-Kilometer-Rennen«, sagte Petros. Dass er nach dem Zieleinlauf kurz zu Boden ging und alle Viere von sich gestreckt nach Luft schnappte, lag allerdings vor allem an seinem Schlussspurt: »Ich habe am Ende gefragt, wie weit es noch bis zum Ziel ist. Auf den letzten zwei Kilometern habe ich dann noch einmal richtig Tempo gemacht. « Als Petros Ernst machte, war das Rennen aber schon entschieden, der zweitplatzierte Ingmar Lundström (DJK Gütersloh/ 1:02:36,2) längst abgehängt.
Vor dem Start glaubte Favorit Lundström zunächst, dass Petros wie gewohnt die Zehn-Kilometer- Strecke in Angriff nimmt. »Ich dachte, da hat sich jemand vertan und ihm eine falsche Startnummer gegeben.« Auf der 18 Kilometer langen Strecke war dem 40-jährigen Isselhorster dann aber schnell klar, dass die Titelverteidigung unmöglich werden würde: »Amanal ist so locker gelaufen und hat angefangen zu reden. Selbst als unterwegs sein Schuhband aufging, hat er sich nicht aus dem Rhythmus bringen lassen.«
Bis zur langen Steigung am Hengeberg nach knapp sieben Kilometern blieben Lundström und Ulrich Christmann (Tri Speed Marienfeld) dem jungen Äthiopier noch auf den Fersen, dann mussten sie aber abreißen lassen. »Man darf nicht den Fehler machen, unbedingt dran bleiben zu wollen, sondern muss sein eigenes Rennen laufen«, sagte Lundström, der mit seiner Zeit, immerhin fast zwei Minuten schneller als im Vorjahr, hochzufrieden war. Dass es dennoch nicht zum Sieg gereicht hat, weil ein unschlagbarer Konkurrent kurzfristig gemeldet hatte, wurmte ihn nicht: »Ich bin schon lange dabei und habe das oft erlebt: zum Beispiel beim Hermannslauf 2001, als ich auch der Favorit war. Das gehört zum Sport dazu, und dieser Junge ist einfach klasse.« Schon im Vorfeld keine Siegchancen hatte sich Dirk Strothmann ausgerechnet, der aus beruflichen Gründen derzeit nur wenig trainieren kann. Umso zufriedener war der Lokalmatador des LC Solbad mit seinem dritten Platz in 1:03:15: »Damit hatte ich nicht gerechnet, zumal ich zwischenzeitlich auf den sechsten Platz zurückgefallen bin.«
Den erwarteten Start-Ziel-Sieg bei den Frauen feierte Silke Pfenningschmidt (SV Brackwede/ 1:11:05,9), die den Böckstiegel- Lauf bei ihrer dritten Teilnahme einfach nur genoss: »Die Mischung aus Wald- und Straßenpassagen sowie die gute Stimmung machen den Reiz dieses Laufes aus.« Pfenningschmidt lief von Beginn an ihr eigenes Rennen, vertraute ihrem Gefühl und schaute weder auf die Konkurrenz noch auf die Uhr. Und unterwegs hatte die Lehrerin aus Bielefeld genug Puste für einen Plausch mit dem begleitenden Mountainbiker über ihre Erlebnisse beim Jungfrau-Marathon in den Schweizer Alpen. Dort hatte sie vor drei Wochen als schnellste deutsche Starterin überzeugt.
Mit ihrem zweiten Platz bei den Frauen erreichte Victoria Willcox- Heidner (LC Solbad/1:14:04,0) das beste heimische Resultat über die 18-Kilometer-Distanz. Die Siegerin der W35-Wertung war rundum zufrieden, ihre Renneinteilung sollte sich voll auszahlen: »Ich hatte gehofft, Zweite zu werden. Ich habe verhalten begonnen und bin erst nach der langen Steigung in Ascheloh schneller geworden.« Willcox-Heidner schwärmte auch von den optimalen Bedingungen bei Temperaturen von 15 Grad. Und kurz nach dem Start ließen sich sogar einige Sonnenstrahlen blicken, die die Bäume im herbstlichen Glanz erstrahlen ließen. Auch Maler Peter-August Böckstiegel, Namensgeber des Laufes, hätte an diesem Tag seine Freude gehabt.
Als die schnellsten Läufer längst im Ziel angekommen waren, sorgte ein kurzer, heftiger Schauer für eine nicht unbedingt willkommene Erfrischung. Ansonsten waren Organisatoren und Läufer, abgesehen von einigen kleinen Blessuren, rundum zufrieden. Das lag auch am Teilnehmerrekord mit 1483 Finishern.

Stephan Arend, Westfalenblatt

Kleine Stars kommen groß heraus

Beim Böckstiegellauf nehmen auch 280 Schüler und fünf Bewohner der Waldheimat teil

We r t h e r (WB). Nicht nur die Spitzensportler sind groß raus gekommen beim 9. Böckstiegellauf. Es gibt weitere Stars wie die 280 Schüler aus Schulen auch außerhalb des Altkreises, die den Drei-Kilometer- Lauf mitgemacht haben. Und fünf Bewohner der Waldheimat in Werther haben mit ihren Trainern beim Nordic- Walking eine persönliche Glanzleistung hingelegt
An allen Ecken tönt Musik aus Lautsprechern und die Stimme von Moderator Henning Tonn. Links und rechts der Zielgerade auf der Ravensberger Straße stehen die Zuschauer und erwarten die ersten Läufer: die 280 Mädchen und Jungen sind bei »Rosen Steffen« gestartet, nach nur 11:14 Minuten ist Pascal Birke aus Neuenkirchen, Jungtalent vom Ausrichterverein LC Solbad Ravensberg, bereits im Ziel und damit zum zweiten Mal in Folge Gesamtsieger des Schülerlaufs. »Alle sind richtig nett hier, und es macht mir Spaß in dieser Runde einen Erfolg zu feiern«, sagt der 14-Jährige.
Der beste Wertheraner in der Gesamtwertung ist Robert Schmidtke von der PAB-Gesamtschule in Werther. Der 15-Jährige brauchte für drei Kilometer 12:38 Minuten. Die größte Schülergruppe, die sich am Lauf beteiligt hat, war die Klasse sechs Klee der PAB-Gesamtschule. 23 Schüler sind unter der Leitung ihrer Klassenlehrerin Marion Radtke angetreten. »Besonders wenn die Jugendlichen kurz vor der Pubertät sind, ist es sehr wichtig, dass sie sich bewegen, und nicht nur auf dem Sofa sitzen«, so die Sportund Biologielehrerin.
Insgesamt haben 83 Schüler der Gesamtschule am Lauf teilgenommen und jeder Einzelne kann einen Erfolg für sich verbuchen. Schließlich zählt allein, dabei gewesen zu sein. Schüler der Grundschulen Langenheide und Werther sowie vom Evangelischen Gymnasium Werther sind ebenfalls mitgelaufen. Sie alle wurden mit einer Urkunde und einem Präsent belohnt.
Besonders stolz sein können fünf Bewohner des Pflegeheims Waldheimat. Mit ihren Trainern Petra Kania und Marcel Kay haben sie seit Wochen dafür trainiert, am Samstag die 10-Kilometer- Nordic-Walking-Strecke hinter sich zu bringen.
Und diese Hürde haben sie mit Bravour gemeistert. Zwei haben das Ziel bereits nach 75 Minuten erreicht, die vier anderen nach zwei Stunden. »Auch der Regenschauer konnte uns nicht aufhalten «, so Petra Kania. Besonders motivierend fand die Gruppe die Anfeuerungs-Rufe durch die Zuschauer am Streckenrand. Ihren Erfolg feierten die Walker am Abend beim Grillen.
Doch für die erste Stärkung im Ziel gab es für die Läufer auch auf dem Venghaus-Platz genug Möglichkeiten: Wasser und heißen Tee schenkten die Mitglieder des LC Solbad aus, frischgeschnippelte Äpfeln gab es am Stand der Familie Linhorst. Auch alkoholfreies Bier wird gerne genommen von Läufern, Kuchen und Bratwurst ohnehin.

Christina Joswig, Westfalenblatt


Ohne sie läuft es nicht: Die »Macher« und Unterstützer des Böckstiegellaufs – von links: Frank Wallner, Verlagsleiter des Haller Kreisblatts, David Riedel vom Böckstiegel-Haus, Heiner Temme von der Kreissparkasse, Ulrich Diekhaus von der WerbeGemeinschaft, Nils Lünstroth von der Provinzial-Versicherung, Wilfried Krüger vom LC Solbad, Hilke Engel-Majer von der Physiotherapiepraxis, Sarah, Lisa und Dirk Strothmann als Vertreter des Teilnehmerfeldes, Bürgermeisterin Marion Weike sowie Friedhelm Boschulte vom LC Solbad. Foto: A. Hanneforth

„Wollen die 200er-Marke knacken“

Böckstiegel-Schülerlauf am Samstag, 29. September, hofft auf viele Teilnehmer / Attraktives Rahmenprogramm

(Werther). Alleine zu laufen ist nicht schlecht. Es hält gesund, steigert die Fitness und gibt ein gutes Gefühl. Aber in der Gemeinschaft zu laufen, sich mit Gleichgesinnten zu messen, von der Familie, von Freunden und Klassenkameraden angefeuert und ins Ziel geschrien zu werden – das ist einfach großartig. Für alle Kinder und Jugendlichen kann so ein Erlebnis jetzt Realität werden: wenn nämlich am Samstag, 29. September, im Rahmen des Böckstiegellaufs der Schülerlauf über die Bühne geht. „Mitmachen ausdrücklich erwünscht“, lädt Friedhelm Boschulte vom LC Solbad Ravensberg alle Jungen und Mädchen ein.

Fast 200 Kinder und Jugendliche gingen im vergangenen Jahr auf die Strecke. Eine Zahl, die die Veranstalter begeistert hat – „und die wir gern wiederholen, wenn nicht sogar übertreffen würden“, so Boschulte.
Mitmachen können alle Jungen und Mädchen, die sich die drei Kilometer zutrauen. Start ist um 14 Uhr bei Rosen-Steffen, wie die Teilnehmer des Hauptlaufs werden auch die Schüler mit dem Bus zur Startstelle gebracht. Von dort aus gehts über asphaltierte Wege zum Ziel auf dem Venghauss-Platz.
„Es ist ein tolles Erlebnis, wenn die Kinder auf der Ravensberger Straße von Freunden und der Familie empfangen werden“, weiß Boschulte. Damit das Gemeinschaftserlebnis noch schöner wird, sind nicht nur Einzelstarter, sondern speziell Gruppen und Klassen eingeladen. Mindestens sieben Läufer bilden ein Team, die besten von ihnen werden ebenso ausgezeichnet wie diejenigen, die in ihren Altersklassen am schnellsten unterwegs sind.
Als Belohnung winkt dieses Mal für alle »Finisher« das Böckstiegellauf-T-Shirt. „Im vergangenen Jahr gabs Medaillen“, blickt Boschulte zurück. Die seien aber längst nicht so heiß begehrt gewesen wie die T-Shirts. In diesem Jahr seien sie übrigens grün – „jetzt haben wir den Regenbogen fast voll“, lacht Boschulte.
Kein Wunder, schließlich geht der Böckstiegellauf bereits in die neunte Runde. Er hat sich inzwischen einen Namen weit über die Region hinaus gemacht – nicht zuletzt, weil die Strecke landschaftlich so reizvoll ist. Damit die Großveranstaltung reibungslos über die Bühne gehen kann, sind über 80 Helfer im Einsatz. So sorgen Schüler vom Evangelischen Gymnasium für den Kleidertransport, die Freiwillige Feuerwehr für die Sicherheit entlang der Strecke, die Ascheloher Gipfelstürmer für die Verpflegung der Läufer im Teuto, Familie Dausendschön für die Verpflegung an der Heinrichstraße, die Physiotherapiepraxis Majer für die Massage müder Läuferbeine und die WerbeGemeinschaft die Prämierung des besten Wertheraners und der besten Wertheranerin.
Darüber hinaus bietet die Böckstiegel-Stiftung ein Kreativangebot für alle Kinder auf dem Venghauss-Platz an, die Praxis Majer verlost unter allen Teilnehmern zwei Laufstil-Analysen und die Stadtführer bieten eine Führung durch Werther an. Los gehts nach Abfahrt des letzten Busses um 13.30 Uhr ab Rathaus. Klar, dass die Teilnehmer pünktlich zum Zieleinlauf der Läufer wieder auf dem Venghauss-Platz eintreffen.  

Von Anja Hanneforth, Haller Kreisblatt vom 12.09.2012

Bewährte Trümpfe und neue Ideen

9. Böckstiegel-Lauf am 29. September: vierstellige Teilnehmerzahl winkt – Lundström und Strothmann wieder dabei

A l t k r e i s (WB). So hohe Temperaturen wie im Vorjahr müssen es diesmal nicht gerade sein. Aber auch der 9. Böckstiegel-Lauf am 29. September verspricht ein »heißes« Rennen zwischen Titelverteidiger Ingmar Lundström und Dirk Strothmann, den beiden Erstplatzierten von 2011.

Der Top-Läufer der DJK Gütersloh und sein langjähriger sportlicher Rivale vom Ausrichter LC Solbad Ravensberg haben diesmal beide für den Active Trailrunning- Cup gemeldet. Beim Auftakt der sechsteiligen Laufserie gewann am vergangenen Sonntag Lundström auf dem Bielefelder Ostwestfalen- Damm das Duell. Wenn es beim Böckstiegel-Lauf, der zweiten Station, erstmals richtig in den Teuto geht, will Strothmann an der Spitze zurückschlagen. Bei den Frauen ist der LC Solbad mit Ilona Pfeiffer auf der 10-km-»Kurzstrecke « stark vertreten, Victoria Willcox- Heidner, die Auftaktsiegerin der Cup-Wertung in Bielefeld, startet über die klassischen 18 km.
Aber auch die breite Läufermasse drängt in Richtung Start auf dem Wanderparkplatz »Peter auf'm Berge«: »Wir haben bisher 450 Einzelmeldungen, für die Trailrunning-Serie sind 501 Aktive gemeldet, von denen hoffentlich viele bei uns starten. Bis zum Online-Meldeschluss am 23. September rechnen wir mit mehr als 1000 Voranmeldungen«, hofft Friedhelm Boschulte vom Ausrichter LC Solbad.
Obwohl noch keine zehn Jahre alt, gilt der »Böckstiegel« schon als Klassiker in der heimischen Szene und lockt erneut mit seinen beliebten und bewährten Stärken: den beiden Strecken über anspruchsvolle 18 km (mit dem gut 300 m hohen Hengeberg) und über für Einsteiger geeignete 10 km (auch für Walker). Die einzigartige Kombination aus Wald-, Berg- und Straßenlauf und die familiäre Atmosphäre beim Zieleinlauf in Werthers guter Stube auf dem Venghaussplatz sind weitere Trümpfe.
Die Großveranstaltung setzt auf Bewährtes, ergänzt die Erfolgsformel der Vorjahre aber zusätzlich um einige Neuerungen. Das T-Shirt für alle »Finisher«, diesmal in leuchtendem Grün, liegt erstmals auch für die Teilnehmer des Schülerlaufs bereit. Ein neuer Sponsor macht's möglich. Und David Riedel, der Leiter des Böckstiegel-Hauses, schafft mit seinem Team ein zusätzliches Angebot. »Im Zielbereich können sich Kinder an unserem Stand künstlerisch betätigen und malen. Die derzeitige Ausstellung mit der Verbindung Böckstiegels zu van Gogh gibt das Thema vor«, erläutert Riedel das Projekt. Es soll auch die aktiven Teilnehmer für den Namensgeber des Laufs interessieren. Denn wenn sie unterwegs bei Kilometer 16 das Böckstiegel-Haus an der Strecke passieren, haben sie aus nachvollziehbaren Gründen keinen Blick für das kleine Museum.
Die Organistoren weisen auf den Meldeschluss (schriftlich und online) am 23. September hin. Wer erst am Freitag, 28., oder am Wettkampftag in der Grundschule Mühlenstraße nachmeldet, muss eine zusätzliche Gebühr bezahlen. Die Teilnehmer werden wie immer mit Bussen vom Rathaus Werther zum Start gebracht, das Ev. Gymnasium organisiert den Transport der Kleiderbeutel zum Ziel.

3km-Schülerlauf
Für den Läufernachwuchs der Jahrgänge 1997 bis 2005 gibt's den 3-km-Schülerlauf, der ebenfalls um 14 Uhr gestartet wird. Busse bringen die Jungen und Mädchen zum Start, gelaufen wird eine abwechslungsreiche, asphaltierte Strecke. Die Organisatoren hoffen auf die Teilnahme möglichst vieler Schulklassen und Vereinsteams, diesmal gibt's für alle ein Finisher-T-Shirt. Gruppen ab sieben Kinder kommen in die Mannschaftswertung, natürlich sind auch Einzelstarts möglich. »Wir hoffen auf mehr als 200 Teilnehmer und die Initiative der Eltern«, so Friedhelm Boschulte. Bis zum 29. werden zwei Trainingstermine für den Nachwuchs angeboten (Treffpunkt jeweils 17 Uhr, Venghaussplatz): Donnerstag, 13. und 20. September.

Gunnar Feicht, Westfalenblatt vom 12.09.2012