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Schnellster Mann: Wenige Meter vor dem Zielstrich hebt der Niederländer Caimin Stevens seine Arme zum Siegerjubel. Schnellste Frau: Kirsten Heckmann von der SV Brackwede läuft vor Udo Bonin aus Borgholzhausen ins Ziel.

Knapp am Frauenrekord vorbeigeschrammt

HAUPTLAUF: Heckmanns Steigerung / Holländer erobert den Teuto

     Werther (cwk). Der 7. Böckstiegellauf hatte dem begeisterten Publikum einiges zu bieten: Ein 22-jähriger Überraschungsgast aus Holland durchlief das Zuschauerspalier als bislang jüngster Sieger und verhinderte den dritten Triumph des Solbaders Dirk Strothmann. Ihre Chance aufs »Triple« aber nutzte Kirsten Heckmann (SV Brackwede), die sogar am Streckenrekord der Kenianerin Powyo (1:09:55 Std./2005) kratzte.

     Zu einer neuen Bestmarke fehlten nur neun Sekunden. Und die gingen vermutlich durch ein kleines Malheur im Berg verloren: „Mein Chip hatte sich vom Laufschuh gelöst, ich musste sieben Meter zurücklaufen und ihn wieder befestigen.“ Der Rekord sei ihr vorher gar nicht bekannt und deshalb auch kein Ziel gewesen. Schneller hätte sie wohl auch sein können, wenn ihr anfangs nicht eine Fehleinschätzung unterlaufen wäre: „Ich bin einem Läufer gefolgt, den ich zu kennen glaubte. Doch leider habe ich mich geirrt, er hat mich zu überhöhtem Tempo verleitet.“
     Als sie das merkte, drosselte sie die Laufgeschwindigkeit – was gar nicht so leicht gewesen sei. Kirsten Heckmann fand die Wetterbedingungen optimal und störend nur eine rutschige Waldpassage vor dem Unterqueren der Hauptstraße. Ihre Gegnerinnen hatte sie nie im Blick, auch nicht die vereinslose Hobbyläuferin Silke Pfenningschmidt, die 1998 als 16-Jährige Bielefelds hoffungsvollstes Sprinttalent war. Sie erwies sich einmal mehr als Geheimtipp. 2007 wurde ihr 2. Rang beim Hermannslauf als sportliche Sensation eingestuft – jetzt lief sie mit knapp drei Minuten Rückstand wieder auf Rang 2.
     Auch die Konkurrenz rätselte nach dem Zieleinlauf. „Wer war denn diese blonde Läuferin?“, fragte Mareike Walkenhorst (TSVE Bielefeld), die wie schon 2008 »Bronze« holte. Erwartungsgemäß führte Victoria Willcox-Heidner (LC Solbad) das Altkreis Aufgebot an: Als Fünfte platzierte sie sich zwischen Anja Bitter und Marion Wittler - Läuferinnen, die beim »Hermann 2010« die Spitzenplätze 2 und 4 belegt hatten. Mit Adelheid Grumbach (8.) und der erstaunlichen W55-Seniorin Marianne Niemann (10.) liefen zwei weitere Solbaderinnen in die Top Ten.
     „Ich bin super zufrieden, auch wenn ich den Holländer nicht mehr erreichen konnte“, bilanzierte Dirk Strothmann. Vor allem bei den Anstiegen habe er seine Wadenprobleme noch gespürt, aber zum Glück auch gemerkt, dass sie sich nicht verstärkten. Als zwei Drittel der 18 km absolviert waren, lag er genau eine halbe Minute hinter dem einsam führenden Caimin Stevens aus Enschede, aber auch einige Sekunden hinter seinem Bielefelder M40-Alterskollegen Volkmar Rolfes, der ihm zuvor schon viel weiter enteilt war.
     Jetzt wurde der Kampf um die drei Medaillenplätze noch einmal richtig spannend. Dirk Strothmann bekam den zweiten Wind, überholte Rolfes einen Kilometer vor dem Ziel und erkannte zu spät die Chance, vielleicht auch Stevens noch zu packen. „Der hat aber gesagt, er sei kontrolliert gelaufen. Das heißt, er hätte wohl noch zulegen können.“ Der Sieger, vor kurzem zufällig auf die Böckstiegellauf-Ausschreibung gestoßen, brachte eine 10-km-Bestzeit von 32:10 Min. mit. „Bergläufe ziehen mich an“, erklärte er, „bei uns in Holland ist es ja so flach.“
     Inmitten einer Brackweder Phalanx mit dem jungen Max Ludwig, Thorsten Krüger und Sascha Heckmann, dem Ehemann der Siegerin, behauptete sich Jörn Strothmann als Siebter („Das ist für meinen Trainingszustand ganz okay“). Als nächste Solbader folgten die M45-Läufer Jens Erik Bergmann und Udo Bonin auf den Plätzen 12 und 13. Respekt verdient erneut die Leistung des M65-Klassenbesten »Kalle« Anwander (1:21:14 Std.).

Haller Kreisblatt vom 04.10.2010

Junger Holländer fliegt davon

Caimin Stevens kontert Attacken von Strothmann und Rolfes – Heckmann schnell wie nie

Werther (WB). Die erfahrenen Platzhirsche haben gekämpft bis zur totalen Erschöpfung. Aber der junge, im angestammten Revier völlig unbekannte Herausforderer wehrte alle Angriffe ab: Der 22-jährige Niederländer Caimin Stevens hat den Böckstiegel-Lauf gewonnen. Im wohl packendsten Rennen seit der Premiere 2004 lag der junge Mann aus Enschede nach 18 Kilometern 19 Sekunden vor Dirk Strothmann (LC Solbad) und weitere zwölf vor Volkmar Rolfes (TuS Eintracht).

Ein bekanntes Gesicht strahlte hingegen vom Siegerpodest der Frauen: Dr. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) feierte in Werther nach 2006 und 2009 ihren dritten Triumph, verfehlte den Streckenrekord der Kenianerin Powyo nur um sechs Sekunden und hatte fast drei Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Bielefelderin Silke Pfenningschmidt (2007 Zweite beim Hermannslauf). Dabei war Heckmann wegen einer »optischen Täuschung« eigentlich viel zu schnell angegangen: »Ich hatte mich an einem Läufer festgebissen, den ich zu kennen glaubte. Aber das erwies sich als Verwechslung. Zum Glück habe ich früh genug gemerkt, dass ich zurückschalten muss. So war es doch ein richtig gutes Rennen.«
Heckmann kämpfte um eine gute Zeit, der zweitplatzierte Läufer Dirk Strothmann um seinen dritten Sieg in Werther – bis über die Schmerzgrenze hinaus. Das Gesicht verzerrt, die lädierte linke Wade eine Stunde nach dem Zieleinlauf sichtbar geschwollen: Der Barnhausener hatte mehr als alles gegeben. »So ein spannendes, ja verrücktes Rennen habe ich noch nie erlebt.« Nachdem sich der spätere Sieger schon kurz nach dem Start im Teutoburger Wald abgesetzt hatte, verlor Strothmann fast den Kontakt zu den Verfolgern Max Ludwig (SV Brackwede/am Ende 5.) und Volkmar Rolfes. Im langen Anstieg zwischen Kilometer 6 und 8 lief er aber an beiden vorbei auf Rang zwei, wurde bergab wiederum von Rolfes überholt und um mehr als 100 m distanziert. Dann erlitt der Bielefelder vom TuS Eintracht seinen Einbruch: »Bei Kilometer 16 wurden die Waden fest, bei 17 bekam ich Seitenstiche, konnte Dirk nicht halten.« Der hatte nach einem großen Schluck Cola aus der Flasche von Vereinskollege Lukas Wilms am Streckenrand die zweite Luft, sah am Ortseingang Werther den Spitzenreiter nur 30 m vor sich: »Ich dachte, jetzt packst du ihn noch. Aber dann hat er wieder angezogen.« Während Strothmann wegen seiner Wadenblessur unter Schmerzen ins Ziel kam, gewann Stevens doch noch sicher: »Ich konnte das Rennen kontrollieren, hatte Reserven, um zu kontern, als die Verfolger näher kamen.« Hierzulande ein unbeschriebenes Blatt, ist der junge Niederländer in seiner Heimat ein feste Größe: »Arbeiten, trainieren, schlafen«, beschreibt er seinen Tagesablauf als berufstätiger Leistungssportler, der auch Duathlon betreibt. Rennen über 10 km (Bestzeit 32:10 Min.) und am Berg sind seine Spezialiät: »Dafür trainiere ich oft in der Nähe von Schöppingen im Münsterland«, berichtet der Flachländer. Er hat für den Trailrunning-Cup gemeldet und will sich in zwei Wochen beim Teutolauf Lengerich wieder Konkurrent Strothmann stellen: »Mein Hauptziel ist aber die Berglauf-Europameisterschaft im Juli 2011«, sagt der »fliegende Holländer«.
Zahlreiche Platzierungen heimischer Läufer unter den Top 20 zeigen, welch' hohen Stellenwert der »Böckstiegel« in der Altkreis-Szene genießt: Jörn Strothmann (7.), Raoul Kempmann (11./ schnellster Wertheraner), Jens- Erik Bergmann (12.) und Udo Bonin (13.) bewiesen ihre Klasse, Rainer Demoliner (17.) und Robert Rohregger (19.) rundeten das Bild ab. Bei den Frauen liefen Victoria Willcox-Heidner (5./1. W35), Adelheid Grumbach (8.) und Marianne Niemann (10./1. W55) unter die besten Zehn. Weitere Altersklassensiege: Karsten Grube (1. M30), Reiner Vemmer (1. M55) und Karl-Friedrich Anwander (1. M65).
Beim 10-km-Rennen, das mit 193 Finishern einen leichten Zuwachs gegenüber 2009 verzeichnete, lief der aus Bielefeld stammende Peter Pauls (Triathlonteam Witten) als souveräner Sieger ins Ziel. Schnellste Frau: Siemke Lüdorff vom LC Solbad.

Gunnar Feicht, Westfalenblatt

Hartes Los der Helfer: Anschubhilfe am Berg

Stimmen und Stimmungen rund um den Rekordlauf Werther (tidi/guf). Rechtzeitig vor dem Lauf hörte es auf zu regnen, die Startverzögerung wegen des großen Andrangs trugen die Teilnehmer mit Fassung: Der 7. Böckstiegel-Lauf wartete mit guten Bedingungen, toller Stimmung und einem Teilnehmerrekord auf.

1400 Finisher im Ziel der vier ausgeschriebenen Wettbewerbe (18- und 10-km-Lauf, 3-km-Schülerlauf und 10 km Walking) – damit übertrifft das aktuelle Ergebnis die Vorjahres-Bestmarke noch einmal um 50 Aktive. Die Veranstalter-Gemeinschaft aus LC Solbad Ravensberg, Werbegemeinschaft Werther und Böckstiegel-Freundeskreis sieht sich in ihrer Arbeit bestätigt. Das Fazit von Friedhelm Boschulte (LC Solbad): »Organisatorisch und atmosphärisch hat alles gestimmt. Ein Wermutstropfen für uns ist lediglich, dass 80 der 450 für den Trailrunning-Cup gemeldeten Läufer zum Auftakt bei uns nicht angetreten sind. Die Startverzögerung um rund eine Viertelstunde hatte zwei Gründe: die große Zahl der Nachmeldungen, vor allem aber die Tatsache, dass viele Teilnehmer leider erst sehr spät den Bustransfer zum Start genutzt haben. Das hat uns in die Bredouille gebracht, doch die Läufer haben es ohne Murren hingenommen.« Für Verpflegung am höchsten Punkt der Strecke – der Drachenschanze auf dem Hengeberg – sorgte die Laufgruppe Ascheloher Gipfelstürmer. Mit dem matschigen Untergrund im Wald hatten die Helfer fast mehr Probleme als die Läufer auf ihrem langen Weg. Heiner Temme: »Wir haben gut 1000 Becher ausgegeben und hatten genug Getränke dabei. Aber auf der Hinfahrt ist um ein Haar der Bulli steckengeblieben. Drei Mann mussten schieben, um ihn im Steilstück wieder flott zu machen.« Die »Gipfelstürmer«, der Kleidertaschen-Service des Evangelischen Gymnasiums, die Streckenposten und viele weitere Helfer trugen zum stimmungsvollen Lauferlebnis bei. Die 10 km sind der ideale Einstieg für Volkslauf-Neulinge. So wie TV Werthers ehemaligen Verbandsliga-Handballer Johannes-Victor Berendt (29). Sein Kommentar: »Es war ein toller Lauf heute. Sogar die Baumwurzeln im Wald waren extra mit weißer Farbe gekennzeichnet, das war bei dem matschigen Untergrund super und hat Stürze vermieden. Als Isingdorfer ist es besonders schön für mich, vor der eigenen Haustür herzulaufen. Ankommen war mein Ziel, das habe ich geschafft und den Lauf dabei noch genossen.« Die Startpistole feuerte Werthers Bürgermeisterin Marion Weike ab und zeigte sich beeindruckt: »Ich habe gehört, dass es ein neuer Teilnehmerrekord war. So viel Zuspruch für unseren heimischen Lauf freut uns natürlich. Werther wird so über die Grenzen hinaus bekannt. Den Startschuss zu geben, ist ein besonderer Moment. Wenn sich auf einmal die Masse in Bewegung setzt – das geht unter die Haut.« Als Laufsport-Routinier darf sich Ex-Handballnationalspieler Hartmut Kania (54) bezeichnen. Für ihn sind die 18 km mit dem Ziel in seiner Heimatstadt seit Jahren Ehrensache: »Der Lauf war wieder klasse, trotz Matsch und dem etwas nassen Wetter. Leider bin ich diesmal etwas langsamer als im Vorjahr gewesen, doch die Stimmung im Feld und die Resonanz auf die Veranstaltung waren wieder spitze. Für unsere kleine Stadt ist der ›Böckstiegel‹ etwas ganz Besonderes. Den Organisatoren kann man nur danken, dass alles wieder super vorbereitet war.« Zum zweiten Mal nahm Andreas Faroß (47), ehemaliger Zweitliga-Handballer der Spvg. Versmold, die 18-km-Distanz in Angriff. Als Jugendlicher ein Top-Leichtathlet in Sachen Sprint, Weitsprung und Mehrkampf, hat er jetzt mit seiner Steigerung um fünf Minuten auf 1:28:53 Std. langen Atem bewiesen: »Nachdem ich 2001 nach dem Regionalliga-Aufstieg mit Augustdorf als Handballer aufgehört habe, ist Laufen der ideale Ausgleich, um fit zu bleiben. Wir wohnen am Rand von Brockhagen, da kann man direkt von der Haustür aus zur Trainingsrunde starten. Mit meiner Frau oder Freunden laufe ich im Schnitt dreimal pro Woche. Heute war ich deutlich schneller als 2009, aber die letzten drei Kilometer waren wieder richtig hart.« Als einer der Lokalmatadoren hatte Dario Anselmetti (47) diesmal mit Trainingsrückstand zu kämpfen. Der Schweizer, der seit Jahren in Werther zuhause ist, sagte: »Ich hatte eine langwierige Sehnenverletzung. Fast eine Stunde konnte ich voll laufen, ab Kilometer zehn wurde es schwierig. Wegen der Verletzung bin ich fast nur Rad gefahren, das hat man gemerkt. Nächstes Jahr möchte ich wieder schneller sein.«

Gunnar Feicht, Westfalenblatt

 

So viele wie noch nie

AM WEGESRAND NOTIERT: 1400 Finisher bei 7. Auflage

Bei besten äußeren Bedingungen entschieden sich viele Läuferinnen und Läufer kurzfristig für einen Start. 1400 Sportler liefen und walkten ins Ziel. Das waren so viele wie noch nie (2009: 1395), was der Veranstaltung einen erneuten »Finisher«-Rekord bescherte. Gemeldet hatten 1592 Personen.

Öfter als erwartet mussten die ehrenamtlichen Helfer des ausrichtenden LC Solbad Ravensberg vor dem Start die Teilnehmerliste ergänzen. Das hohe Läuferaufkommen führte zu Verzögerungen, weil zwischenzeitlich die Startnummern ausgingen. Werthers Bürgermeisterin Marion Weike gab die Startschüsse für den Zehn- und den 18-Kilometerlauf 15 Minuten später ab als geplant.

Cup, Teil eins: Der »Böckstiegel« bildete wie gewohnt den Auftakt für die sechsteilige »Trailrunning«-Serie, für die 445 Läufer gemeldet haben. Dass 84 von ihnen am Samstag fehlten, bezeichnete LC-Vorsitzender Friedhelm Boschulte als „Wermutstropfen“, für die er tags darauf noch keine Erklärung hatte. Boschulte kündigte Ursachenforschung an.

Klassenweise am Start: 229 Mädchen und Jungen nahmen am Schülerlauf über drei Kilometer teil. Das waren 83 mehr als 2009. Bei den Jungen siegte Patrick Meyer (Jahrgang 1996) vom LC Solbad in 10:00,1 Minuten. Schnellstes Mädchen war Josie Majer (Jg. 1998) aus Werther in 12:15,2 Minuten.

Schnellster Wertheraner war wieder der für TSVE Bielefeld startende Raoul Kempmann, der Elfter wurde (siehe Ergebnisse). Schnellste Wertheranerin war Hilke Engel-Majer als 20.

Tempo machte einmal mehr auch Harry Bunte. Der 78-Jährige vom LC Solbad, der die zehn Kilometer lief, war ältester Teilnehmer (siehe Ergebnisse). Jüngste Starter waren die fünfjährigen Sarah Strothmann und Bjarne Heidner.

In die Pedalen traten Günter Schillings, Holger Steuer, Kai Engels und Hartwig Becker. Sie begleiteten die Läufer und Walker auf Mountainbikes und sorgten für freie Bahn.

Eine Galerie mit vielen weiteren Fotos finden Sie im Internet: www.haller-kreisblatt.de.

Groß fiel das Dankeschön aus, das Friedhelm Boschulte auch im Namen der Veranstalter, der Werbe-Gemeinschaft Werther und des Böckstiegel-Freundeskreises, dem Gastronomen Marco Omrcen aussprach. Der betreibt die Gaststätte »Peter auf’m Berge« und stellte für den Start den Parkplatz zur Verfügung.

LC Solbad dominiert: Mit 95 Sportlern führte der Ausrichterverein die Rangliste der Clubs mit den meisten Startern an. Es folgten der TSVE Bielefeld mit 84 und der TV Werther mit 25 Teilnehmern.

Haller Kreisblatt vom 04.10.2010

Siemke Lüdorff überlegen

LC-Frauensieg über 10 km

     (cwk). Ein Duo prägte das 10-km-Männerrennen: Lange blieben Peter Pauls vom Triathlon-Team Witten und der Hermannslauf-Achte Ole Krumsiek vom TSVE Bielefeld zusammen; dann löste sich Pauls und lief noch mehr als hundert Meter Vorsprung heraus. „Er meinte, mich nicht schlagen zu können, wusste aber nicht, dass ich untrainiert angetreten war“, berichtete Krumsiek später mit verschmitztem Lächeln.
     Dritter mit deutlichem Rückstand wurde der für den HRSC Wernigerode aktive Steinhagener Thomas Dunkel. Bei den Frauen lief Solbads 800-m-Spezialistin Siemke Lüdorff ein einsames Rennen. Vor zwölf Monaten war die inzwischen in die Altersklasse W40 aufgerückte Ärztin mit 43:56 Min. Zweite hinter Ilona Pfeiffer geworden; jetzt verbesserte sie sich um fast zwei Minuten auf 42:04, obwohl sie noch immer leichte Nachwirkungen ihres Bänderrisses vom Winter spürt.

Haller Kreisblatt vom 04.10.2010

Wade verunsichert Dirk Strothmann

BÖCKSTIEGELLAUF: Das Männer-Hauptrennen ist wieder offen

     Werther (cwk). Die Langstrecklerszene fiebert der siebten Auflage des Böckstiegellaufs entgegen, alles ist bereit für ein erlebnisreiches Lauf-Fest mit großen Feldern und begeisterten Zuschauern am Streckenrand und am Zielkanal im Herzen Werthers. Die aktuellen Starterlisten umfassen insgesamt 1321 Namen – allein 888 für das Hauptrennen über 18 km. Zur Hälfte handelt es sich hier um Meldungen für den Active Trailrunning-Cup, dessen Auftakt sich nur wenige entgehen lassen dürften.

     142 Aktive haben sich für die 10-km-Alternativstrecke eintragen lassen, 66 für das Walking und 225 für den um 14.00 Uhr bei Steffen-Rosen beginnenden 3-km-Schülerlauf. Sicher werden sich diese Zahlen noch erhöhen durch Nachmeldungen, die das Wettkampfbüro in der Grundschule Mühlenstraße heute von 17 bis 19 Uhr und morgen ab 11 Uhr entgegennimmt.
     Der Bus-Transfer zum Start bei Peter auf’m Berge erfolgt ab 12 Uhr. Es wird empfohlen, die früheren Abfahrtszeiten zu nutzen und nicht auf die letzte Fahrt um 13.30 Uhr (dann startet auch der Schülerbus) zu warten. Wichtig: Am Hauptstart besteht keine Park-, sondern allenfalls eine Aussteigemöglichkeit.
     Welche Asse stehen an der Startlinie zum Hauptlauf, wer von ihnen überquert als Erste(r) die Ziellinie auf dem Venghaussplatz? Diese Frage ist umso spannender, als gleich zwei Favoriten die Chance haben, zum dritten Mal die 18 Kilometer zu gewinnen: Kirsten Heckmann von der SV Brackwede (2006/2009) und Dirk Strothmann vom Ausrichter LC Solbad (2004/2006). Letzterer dämpfte gestern freilich die Erwartungen: „Mal schauen, ob ich als Läufer oder Walker ins Ziel komme.“ Denn erneut zwickt die linke Wade, die Mitte August schon seinen Start beim 5000-m-Bahnmeeting verhindert hatte.
     „Vier Wochen bin ich danach nicht gelaufen, dachte dann aber irrtümlich, es sei alles wieder okay“, berichtet der 41-Jährige. Die Hoffnung, dass die Wade hält, hat er nicht aufgegeben – gestern Morgen lief’s beim Trainingstest besser als tags zuvor. Jedenfalls ist das Männerrennen jetzt wieder offener geworden. Und vielleicht meldet ja noch ein ostwestfälischer Konkurrent wie der vorletzte Sieger Michael Brand nach. Wenn Bielefelder Cup-Teilnehmer wie Volkmar Rolfes, Thorsten Krüger, Sascha Heckmann, Max Ludwig oder Olaf Kreuzberg morgen antreten, sind sie zu beachten.
     Aus Altkreis-Sicht darf man auch auf Jörn Strothmann und den Überraschungssieger vom Borgholzhausener Bahnmeeting, Sebastian Mescher (SCSA Steinhagen), besonders gespannt sein. Der Wertheraner M40-Senior Raoul Kempmann ist erneut für einen vorderen Rang gut; das Aufgebot des LC Solbad ergänzen u.a. Karsten Grube, Udo Bonin, Gerd Strathkötter und erfolgreiche Oldies wie »Kalle« Anwander und Richard Schürmann (beide M65). Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Aus der Hobbyläuferszene sind der frühere Top-Handballer Hartmut Kania, der als Leichtathletiktalent und Handballer bekannte Andreas Faroß, die Mediziner Dr. Matthias Stratmann und Dr. Michael Dickob sowie Detlef Kuhlmann, Sportprofessor mit Wertheraner Wurzeln, dabei.
     Im Frauenrennen trifft Kirsten Heckmann möglicherweise auch auf die Hermannslauf-Überraschungszweite von 2008, Silke Pfenningschmidt. Höchster Altkreis-Trumpf wird voraussichtlich Victoria Willcox-Heidner sein, zu ihren Konkurrentinnen zählen die Vorjahrsvierte Martina Sohl und die aktuelle Hermannslauf-Fünfte Mareike Walkenhorst. Den LC vertreten noch viele aussichtsreiche Seniorinnen wie Adelheid Grumbach, Siggi Rüter, Annemarie Bluhm-Weinhold und – in der hohen Klasse W65 – Annemarie Henkel.

Haller Kreisblatt vom 30.09.2010

Haben den Böckstiegel-Lauf fest im Griff: Heiner Temme von der Kreissparkasse, Friedhelm Boschulte vom LC Solbad und Mitorganisatorin Ingeborg Vogt freuen sich auf viele Teilnehmer. Foto: A. Hanneforth

Zwei Tage Stimmung wie beim Volksfest

Böckstiegel-Lauf und Goldener Oktober werden Tausende in die Innenstadt locken

Werther. Das wird ein Wochenende der Superlative: Am 2. und 3. Oktober wird Werther zum Nabel der Region, Tausende werden kommen, um mitzumachen und zuzuschauen, zu essen und zu trinken, zu kaufen und zu staunen – und zu genießen. Am Samstag den Böckstiegel-Lauf. Und am Sonntag den Goldenen Oktober. „Wir freuen uns“, laden die Macher von WerbeGemeinschaft, LC Soldbad Ravensberg und Böckstiegel-Freundeskreis Jung und Alt zu einem Besuch ein.

„Das Wetter wird gut“, hält Friedhelm Boschulte vom LC Solbad die Prognose für die nächste Woche in der Hand. 17 Grad und trocken – genau das richtige Laufwetter, wie er findet. Vielleicht sogar ein bisschen Sonnenschein.
Genau das wünschen sich natürlich auch die übrigen Organisatoren für den Böckstiegel-Lauf, den siebten seiner Art, bei demschon jetzt der Teilnehmerrekord greifbar ist. 1100 Voranmeldungen gibts bisher, allein 150 für den Schülerlauf. „Einfach super“, strahlt Boschulte und Ingeborg Vogt ergänzt, dass alle heimischen Schulen mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere Teams stellen. Das Gymnasium sei dabei, die Gesamtschule sowie die Grundschulen Werther und Langenheide. Dazu ver-schiedene Vereine, „das gibt sicher eine tolle Stimmung“, lädt sie alle Bürger am Nachmittag auf den Venghauss-Platz ein, um erst für die Kinder und später für die Erwachsenen Spalier zu stehen.
Sorgen, dass nicht genügend Zuschauer kommen würden, braucht sie sich nicht zu machen. Wenn der Böckstiegel-Lauf über die Bühne geht, ist es im Ort proppevoll, es herrscht Volksfeststimmung, jeder Finisher wird mit viel Applaus ins Ziel begleitet. Für die Kinder hat das Haller Kreisblatt Urkunden vorbereitet, außerdem erhalten alle Jungen und Mädchen eine Medaille. Wie die Erwachsenen werden sie per Bus zumStart gefahren, für die Kinder gehts bei Rosen-Steffen auf die Strecke, der Hauptlauf nimmt bei Peter auf’m Berge seinen Anfang. Die Busse fahren zwischen 12 und 13.30 Uhr, „lieber etwas eher kommen als zu spät“, rät Boschulte den Teilnehmern.
Etwa 80 Personen, schätzt er, seien im Hintergrund dafür zuständig, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht. Das Gymnasium sorgt für den Kleidertransport, die Landjugend für Kaffee und Kuchen, die Feuerwehr für die Absicherung der Strecke, außerdem sind Mitglieder von LC Solbad, TV und BV Werther, der Ascheloher Gipfelstürmer und zahlreiche Privatpersonen hinter denKulissen aktiv.
Mit dabei sind auch in diesem Jahr wieder die Stadtführer. Sie laden am Samstag zu einem Spaziergang mit jeder Menge spannender Informationen über die Böckstiegel-Stadt ein. Treffpunkt ist nach Abfahrt des letzten Busses um 13.30 Uhr am Rathaus, Ende etwa eine Stunde später am Venghauss-Platz. Genau pünktlich um die Läufer in Empfang zu nehmen. Erwachsene zahlen drei Euro, Schüler 1,50 Euro.

Haller Kreisblatt vom 25.09.2010

Dirk Strothmann und Kirsten Heckmann favorisiert

7. BÖCKSTIEGELLAUF: Hauptfeld könnte am 1000-er Limit kratzen

   Werther (cwk). Die Grundstimmung vor dem siebten Böckstiegellauf ist optimistisch. Das vermittelte gestern ein Pressegespräch beim Sponsor Kreissparkasse, in dem die Organisatoren über den Stand der Meldeeingänge informierten und wieder große Teilnehmerfelder in Aussicht stellen konnten. Als Favoriten für das 18-km-Hauptrennen gelten Premierensieger Dirk Strothmann (LC Solbad Ravensberg) und Titelverteidigerin Kirsten Heckmann (SV Brackwede).

     Beide haben den Lauf schon zweimal gewonnen und zudem je zwei zweite Plätze belegt. Die Brackwederin hält mit ihren im Vorjahr erzielten 1:10:32 Std. auch den »deutschen Streckenrekord«, schneller war nur die Kenianerin Paris Powyo, die 2005 als bislang einzige Frau das 2:10-er Limit unterbot. Mit ihrer Hamburger Marathonzeit vom April (2:51:42 Std.) behauptet sich Kirsten Heckmann noch immer auf dem 7. Rang der deutschen Bestenliste 2010 – was sich morgen in Berlin freilich ändern dürfte.
     Der mit dem Böckstiegellauf eröffnete und jetzt sechsteilige Trailrunning-Cup wird die Spitze und Breite am 2. Oktober beleben. „445 Voranmeldungen übertreffen das Vorjahrsergebnis deutlich“, freut sich Christian Bossow vom VeranstalterActive Sportshop. Damit steigt die Chance, dass vielleicht erstmals mehr als tausend Finisher das Ziel auf dem Venghaussplatz erreichen; 2009 waren es bereits 964 (744 Männer und 220 Frauen). Ingeborg Vogt vom Orga-Team hat bislang rund 880 Namen registriert, dazu 100 für die 10-km-Alternativstrecke und 150 für den Schülerlauf.
     „Erfahrungsgemäß dürften noch mindestens 200 Nachmeldungen hinzukommen“, blickt sie voraus. Eine wichtige Rolle bei Spontan-Entscheidungen werde aber die Wetterlage spielen. Friedhelm Boschulte vom sportlichen Ausrichter LC Solbad Ravensberg präsentierte eine Prognose, die mit 17 Grad und leichter Bewölkung ideale Bedingungen verheißt. Die Online-Anmeldung wurde gestern Abend bereits abgeschaltet; wer sich noch einen Startplatz sichern will, hat dazu Freitag von 17 bis 19 Uhr oder Samstag ab 11 Uhr in der Grundschule Mühlenstraße (Wettkampfbüro) Gelegenheit. „Kurzfristig wird es noch Überraschungen geben, die den Favoritenkreis erweitern“, ist sich Boschulte sicher.
     Die Qualität scheint schon jetzt durch den Cup gesichert – vorausgesetzt, alle Asse nutzen den Auftakt für eine gute Ausgangsposition. Dann würde Dirk Strothmann, der mit seinen 1:00:48 Std. (2004) an dritter Stelle der Bestenliste rangiert, u.a. auf das Brackweder Jungtalent Max Ludwig und dessen Vereinskollegen Thorsten Krüger treffen. Dem Vorjahrssieger Ingmar Lundström, der kürzlich in Boston startete, passt der »Böckstiegel« diesmal nicht in die Planung. Auch Marcus Biehl, mit 1:00:24 Std. (2005) bislang schnellster Deutscher auf der Strecke, bestätigte dem Haller Kreisblatt gestern, dass er wegen orthopädischer Probleme verzichtet. Sein Tipp: „Für mich hat Dirk Strothmann als hervorragender Bergabläufer die besten Karten.“
     Im Cup-Frauenfeld zählen die erfolgreichen Hermannsläuferinnen vom TSVE Bielefeld, Marion Wittler und Mareike Walkenhorst, zu den Kandidatinnen auf Spitzenplätze, aber auch Victoria Willcox-Heidner vom LC Solbad. Franz Schmidt, 2009 Cupsiegerin und Böckstiegellauf-Zweite, ist nach Verletzungen noch nicht wieder in Normalform, wird in einer Woche aber vielleicht testweise am Start sein.

Haller Kreisblatt vom 25.09.2010