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Ingmar Lundström – der Sieger scheint zu schweben Kirsten Heckmann – ganz überlegen schnellste Frau über 18 km.

Lundström besiegt verflixte 13

Dank starker Leistung vor Dirk Strothmann – Heckmann schnellste Frau

Werther (WB). Als Bürgermeisterin Marion Weike den Startschuss abfeuern will, streikt kurzzeitig die Pistole. Doch das bleibt die einzige Panne an diesem strahlend schönen Herbsttag: ein Böckstiegel-Lauf wie aus dem Bilderbuch – schöner als die sechste Auflage hätte ihn der berühmte Namensgeber nicht malen können.

Absoluter Teilnehmerrekord mit 1353 Sportlern im Ziel, stimmungsvolle Atmosphäre an der Strecke. Und ein Sieger, der nach einem schwarzen Tag fünf Jahre zuvor an gleicher Stelle seit diesem Samstag auch ein Fan des schweren 18-km-Kurses ist. Bei Kilometer 13 war ich damals mit Magen- und Darmproblemen am Ende. Diesmal habe ich mich an der Marke gut gefühlt. Das hat mir noch einmal einen Schub gegeben«, sagt Ingmar Lundström.
Der 37-jährige Isselhorster dominiert ein stark besetztes Feld und distanziert seinen ärgsten Konkurrenten Dirk Strothmann am Ende um gut eine Minute. Der Top-Läufer vom Ausrichter LC Solbad muss die starke Form seines ehemaligen Klubkameraden an diesem Tag anerkennen: »Ich habe im langen Anstieg bei Kilometer sieben versucht, Ingmars Tempo mitzugehen, aber das war heute zuviel. Bergrunter haben hinterher die Beine zugemacht.«
Im ersten langen Gefällestück zum Gasthaus Bergfrieden schließt Strothmann zwar wieder auf und forciert selbst das Tempo. »Aber als es dann wieder berghoch und in das letzte kleine Waldstück ging, habe ich gemerkt, dass Dirk Probleme bekommt«, schildert Lundström die entscheidende Phase. Der eigentliche Topfavorit Marcus Biehl (LG Lage-Detmold) ist da schon ausgeschieden: Ein dringendes Bedürfnis zwingt ihn zum unfreiwilligen Stopp an einem Baum, als es gerade in den schweren Hengeberg-Anstieg geht und dann meldet sich auch die Bänderdehnung im Sprunggelenk schmerzhaft »zu Wort«. Böckstiegel-Debütant Volkmar Rolfes (TuS Eintracht) nutzt dies, um knapp vor dem Ex-Salzuflener Ulrich Petri auf Platz drei zu laufen: »Bergab lief es bei mir super, berghoch machte sich das eingeschränkte Training bemerkbar. Aber die Strecke hat es in sich: Als endlich das Schild ›noch 500 m‹ aufgetaucht ist, war ich heilfroh.«
Auf diesem Abschnitt hilft schon die lautstarke Unterstützung der Wertheraner an der Strecke. »So eine Stimmung habe ich hier noch nie erlebt«, stellt Johannes Riecke fest. Der Wertheraner begleitet schon seit Jahren jeweils die führende Frau auf dem Mountainbike und hat – wie 2006 – Dr. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) zum überlegenen Erfolg lanciert. Die Rechnung der Mathematikerin ist aufgegangen: In 1:10:32 läuft sie ihre bisher beste Zeit auf dem schweren Kurs von Peter aufm Berge bis zum Venghaussplatz. Kirsten Heckmann freut sich über einen gelungenen Test für den geplanten Start beim
Essen-Marathon am 11. Oktober: »Im langen Hengeberg-Anstieg dachte ich schon: Jetzt geht nichts mehr. Aber auf Asphalt rollte es dann hinterher wieder besser.«
So ergeht es auch vielen der Hobbyläufer unter den exakt 919 »Finishern«, die am Ende das Ziel über 18 km erreichen. Die strahlende Septembersonne sorgt mit Temperaturen von gut 20 Grad indes dafür, dass sich für manchen die letzten gut drei Kilometer vom tiefsten Punkt der Strecke bis zum Ziel schier endlos dehnen. Gut meistern dies die schnellsten Wertheraner, die besonders geehrt werden: Raoul Kempmann läuft als Gesamtelfter gut eine halbe Minute schneller als im Vorjahr, Sabine Engels (Sechste) sogar fast genau eine Minute.

Westfalenblatt vom 27.09.2009

Lundström und Heckmann triumphieren

HAUPTLAUF: Eine späte Rehabilitierung und eine »deutsche Frauen-Bestzeit«

     Werther (cwk). Ein Sieger, der sich für sein unglückliches Ausscheiden bei der Premiere 2004 rehabilitierte; eine Siegerin, die als erste Frau zum zweiten Mal triumphierte: Ingmar Lundström und Dr. Kirsten Heckmann drückten dem 6. Böckstiegellauf ihren Stempel auf. Die Brackwederin erzielte mit 1:10:32 Std. sogar die bislang beste Zeit einer deutschen Läuferin; schneller war nur die Kenianerin Paris Powyo (1:09:55/2005).

Kurz nach 15 Uhr lief Ingmar Lundström mit hocherhobenen Armen durch die letzte Kurve und den Zielkanal – als strahlender Finisher, der jeden Zweifel an seinen Sieg-Qualitäten ausgeräumt hatte. „Im Waldstück nach etwa zwölf Kilometern habe ich mich gut gefühlt und abgesetzt“, berichtet der Gütersloher, dem vor einem Jahrzehnt der Hermannslaufsieg im Solbad-Trikot gelungen war. Auf der Bahnbreede trennten ihn bereits hundert Meter von seinem direkten Verfolger Dirk Strothmann.
     Und wo blieb Marcus Biehl? Der von vielen Experten favorisierte Ex-Sieger (2007), dessen Bänderdehnung mit Spritzen behandelt worden war, spürte schon nach sechs, sieben Kilometern, dass der Fuß nicht halten würde: „In den Kurven schmerzte er besonders, jetzt ist er doppelt so dick wie zuvor“, berichtete Biehl gestern und erklärte seinen Ausstieg aus dem Trailrunning-Cup. Überraschend fehlte Samstag auch Titelverteidiger Michael Brand.
     Zu den Debütanten zählte der Bielefelder Volkmar Rolfes, der seine Chance auf Bronze nutzte und Ulrich Petri auf den 4. Rang verwies. „Damit hatte ich nicht gerechnet, mein Ziel waren die Top Ten“, verriet er. Für die Anstiege fehlten ihm Trainingskilometer; aber beim »Downhill« machte er Boden gut. Hier sah Lundström auch Dirk Strothmanns Vorteile: „Er war bergab, ich bergauf stärker. Und so entwickelte sich zunächst ein Wechselspiel.“
     Der Solbader selbst hält sich aber nicht für den Bergab-Spezialisten. „Hier habe ich diesmal aber wohl zuviel getan, es ist mir jedenfalls sehr schwer gefallen“, sagte er später und wies auf seine Beine. Mit dem 2. Rang war er hochzufrieden, zumal er auch die in der Familie umgehende Erkältungswelle gespürt hatte, die seine Ehefrau Antje zum Verzicht zwang.
     So war der Kreis der Favoritinnen um einen Namen geschrumpft. Kirsten Heckmann, deren Ehemann Sascha übrigens Fünfter wurde, dominierte das Frauenrennen vom ersten Kilometer an. „Mein Radbegleiter wirkte so locker, dass ich mir eher langsam vorkam.“ Da täuschte sie sich, wie ihre exzellente Zeit am Ende bewies. Sie hielt sich freilich auch nach eigenem Urteil nicht zurück, schonte sich nicht für den Essen-Marathon: „Ich bin schon voll gelaufen“, lautete ihr Fazit.
     Nie war der Vorsprung einer Siegerin so groß wie diesmal – genau 4:41 Minuten. Von einer echten Revanche gegenüber ihrer jungen Hermannslauf-Bezwingerin konnte freilich keine Rede sein: Franziska Schmidt lief sechs Wochen nach einem Sturz noch nicht in Bestform und war deshalb relativ zufrieden: „Es geht wieder aufwärts.“ Auf dem Bronzerang komplettierte Heike Mohn das Trio der Hermannslaufsiegerinnen. „Beruf und Mutterpflichten schränken ja mein Training stark ein“, unterstrich die 43-Jährige. Und brachte ihr erstes Böckstiegellauf-Erlebnis auf die Formel: „Wirklich schön, aber auch wirklich hart.“
     Zur besten Altkreis-Starterin avancierte Sabine Engels, die ihren 6. Rang in 1:20:16 Std. „superzufrieden“ quittierte. Unter die zehn Besten lief auch noch W50-Klassensiegerin Annegret Albersmann. Apropos Top Ten: Jörn Strothmann wurde zwar Siebter, wäre ohne eine im Berg erlittene Zerrung aber wohl etwas weiter vorn gelandet.

Haller Kreisblatt vom 27.09.2009

Läuferlindwurm im Teutoburger Wald: Wer nicht auf Bestzeiten aus ist, kann den Böckstiegel-Lauf in bester Gesellschaft so richtig genießen.

Professorenlob

Böckstiegellauf gewürdigt und empfohlen

     Werther/Borgholzhausen (cwk). Der 6. Böckstiegellauf findet auch auf den Internetseiten der Organisation »German Road Races« Beachtung – in einem von Prof. Dr. Detlef Kuhlmann verfassten Beitrag. Der Hannoveraner Sportwissenschaftler mit familiären Wurzeln in Werther und Bielefeld hebt neben der Rekordbeteiligung die Unverwechselbarkeit dieses Laufs hervor.

Der Lauf habe „einige Alleinstellungsmerkmale, die ihn von vielen anderen ‚normalen’ Volksläufen hierzulande unterscheiden“. Dazu gehöre die Benennung nach einem heimischen Künstler, aber auch die landschaftlich bedingte Herausforderung (erst auf dem Kammweg des Teutoburger Walds, dann asphaltiert hinunter ins Tal). Einmalig findet Kuhlmann auch die Verzweigung, an der sich die Läufer schon wenige Meter nach dem Start zu entscheiden haben, ob sie auf dem linken oder rechten Pfad bald wieder den Hauptweg erreichen wollen.
Abschließend urteilt der Experte, der sich seit vielen Jahren auch im kulturellen Rahmenprogramm des Berlin-Marathons engagiert: „Summa summarum: Der Böckstiegellauf mit dem LC Solbad Ravensberg als Ausrichter und mit seinem unermüdlichen sportlichen Leiter Friedhelm Boschulte an der Spitze ist ein sog. ‚ehrlicher’ Lauf, von Ehrenamtlichen mit viel Ehrgeiz und großem Engagement bestens organisiert.“
Samstag zählte Prof. Kuhlmann selbst zu den Finishern. Der Hobbyläufer belegte in dem Riesenfeld immerhin den 235. Platz und wurde in seiner Altersklasse M55 Fünfzehnter.

Der vollständige Artikel von Prof. Dr. Kuhlmann auf www.germanroadraces.de

Haller Kreisblatt vom 30.09.2009

Willkommene Alternative

LEICHTATHLETIK: Heyne und Pfeiffer beim »Zehner« vorn

     Werther (cwk). „Ich war lange verletzt und deshalb froh, dass es eine Alternative zum Hauptrennen gab“, erklärte 10-km-Premierensieger Volker Heyne und sprach damit für viele andere – auch für Ilona Pfeiffer, die kurzfristig beschlossen hatte, sich nach der Marathon-Enttäuschung in Münster (Einbruch infolge schmerzhafter Seitenstiche) ohne Konkurrenzdruck zu testen.

Ein weiteres Motiv der Solbader Top-Langstrecklerin war, sich beim Lauf ihres Vereins zu präsentieren und dessen Bemühungen um attraktive Felder zu unterstützen. Es ergab sich ein gemeinsames Rennen mit Andreas Ewert, der sechs Tage nach dem Berlin-Marathon Dritter hinter Heyne und einem weiteren Bielefelder, Christian Pahl, wurde.
     „Über die Zeit bin ich eher enttäuscht“, gestand Pfeiffer. Aber für einen nicht mit flachen Straßenkursen vergleichbaren Geländelauf konnten sich ihre 37:31 Min. durchaus sehen lassen. Zweite mit mehr als sechs Minuten Rückstand wurde ihre LC-Kollegin Siemke Lüdorff; Martina Kölsch gewann die Klasse W50.

Haller Kreisblatt vom 27.09.2009

Das »Treppchen« exquisit besetzt

Zwei ungewöhnliche Comebacks von Franzi Schmidt und Heike Mohn

Werther (WB). Drei Hermannslaufsiegerinnen auf dem Treppchen – welcher andere Volkslauf in OWL kann das vorweisen? Während Kirsten Heckmann (beim Hermann '06 vorn) ihrer Favoritenrolle gerecht wurde, gab es dahinter zwei erfreuliche Comebacks.
Die Bielefelderin Franziska Schmidt, im April Überraschungssiegerin an der Sparrenburg, lief auf Platz zwei, nachdem sie bei einem Trainingssturz vor sechs Wochen erhebliche Verletzungen erlitten hatte und deshalb auch den Münster-Marathon absagen musste: »Ich habe vier Wochen pausiert und baue erst seit 14 Tagen wieder auf. Dafür lief es heute schon prima«, freute sich die 22-Jährige nach dem gelungenen Test. Begeistert war auch Heike Mohn (TSVE Bielefeld), die Hermannslaufsiegerin von 1999, 2000 und '03. Als voll berufstätige Mutter einer Tochter bestreitet die 43-Jährige außer dem Hermann eigentlich gar keine Volksläufe mehr, wurde aber vom findigen Chef des LC Solbad »verpflichtet«:
»Friedhelm Boschulte hat sogar die Kinderbetreuung organisiert, da konnte ich nicht anders.« Und nur gemütlich mitzujoggen, dem widersprach das Wettkämpfer-Gen der Heike Mohn: »Wenn sie dich dann links und rechts überholen, packt dch doch der Ehrgeiz. Aber 18 km sind für mich doch verdammt lang. Es war schön, aber auch hart.«
Ein rundum positives Fazit zog Friedhelm Boschulte im Namen der Orga-Gemeinschaft aus LC Solbad, Werbegemeinschaft und
Böckstiegel-Freundeskreis, die von vielen weiteren Helfern unterstützt wurden: »Ein Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben. Der Teilnehmerrekord spricht für sich. Bei diesem Wetter wurde das Meldebüro geradezu von Nachmeldungen überrollt.« Ein Problem gab es aber doch: Ausgerechnet am Verpflegungspunkt nach der längsten und schwersten Steigung ging frühzeitig
das Wasser aus, so dass den langsameren Teilnehmern hier der Treibstoff fehlte.
Der neu eingeführte 10-km-Wettbewerb lockte wie erhofft besonders viele Volkslauf-Anfängerinnen an: 76 der 178 Finisher waren Frauen. Die schnellste von ihnen ließ nur zwei Männern den Vortritt. Ilona Pfeiffer (LC Solbad) war zwei Wochen nach
dem Münster-Marathon in 37:31 Min. gut sechs Minuten schneller als ihre Klubkameradin Siemke Lüdorff. Hinter drei erfahrenen Langstrecken-»Profis« (Sieger: der Bielefelder Volker Heyne) bewies der 21-jährige Steinhagener Maximilian Altmeyer in 39:09 Min. als Vierter Ausdauer-Talent.

Westfalenblatt vom 27.09.2009

Starkes Debüt – sportliche Wette

Rund um den Rekordlauf: Notizen aus dem großen Teilnehmerfeld

Werther (guf). Der Böckstiegel-Lauf ist ein starkes Stück der heimischen Sportszene. Das hat die sechste Auflage am Samstag eindrucksvoll bewie sen. Nicht nur an der Spitze sondern auch mitten in den Teilnehmerfeldern der fast beteiligten 1400 Sportler schreibt das Breitensport-Ereignis viele interessante Geschichten.
Ein eindrucksvolles Debüt hat Ulrich Seidel aus Werther bei seinem ersten Walking-Wettbewerb gefeiert: Im reifen Alter von 67 Jahren erzielte er über die 10-km-Distanz in hervorragenden 1:09:53 Std. (ein Schnitt von fast 8,6 km/h) die beste Zeit aller 28 Männer und 83 Frauen, die das Ziel erreichten. Der ehemalige Fußballstratege aus glorreichen Bezirksliga-Zeiten des BV Werther geht seinen sportlichen Aktivitäten eben auch heute mit gesundem Ehrgeiz nach. »Eine sensationelle Leistung«, applaudiert sein Trainingskollege Gerhard Kerksiek, der selbst mit der Schnapszahl 1:11:11 auf der Stoppuhr kaum langsamer unterwegs war.
Ein Familienrennen haben die »Albersmänner« aus Borgholzhausen über 10 km ausgetragen: Vater Udo (52) konnte in 45:36 Min. bei seinem Volkslauf-Comeback den Ansturm von »Benjamin« Nico (18) mit einer Endzeit von 45:23 zwar nicht abwehren. Doch die Wettschuld »ein Abendessen für alle« muss jetzt Tim (26) begleichen, für den die Uhr bei 49:15 stehenblieb.
Sport hilft, Drogensucht zu überwinden. Das weiß man spätestens seit dem spektakulären Fall des früheren Weltklasse-Triathleten Andreas Niedrig (»Vom Junkie zum Ironman«). Auf einem guten Weg sind deshalb neun Teilnehmer der Fachklinik Casum, die nach intensivem Training mit ihren Therapeuten Martin Becker-Walter und Elisabeth Winter die 10-km Laufdistanz geschafft haben.
341 der gut 400 für den neu geschaffenen Trailrunning-Cup gemeldeten Sportler haben ihre Startmöglichkeit beim ersten Lauf der neuen Veranstaltungsserie genutzt. Böckstiegel-Lauf-Sieger Ingmar Lundström führt die Cup-Wertung vor Dirk Strothmann und Volkmar Rolfes an – alle drei Erstplatzierten vom Samstag haben es also auch auf die Gesamtwertung abgesehen. Das gilt auch für Kirsten Heckmann, die Frauensiegerin von Werther.
Neu planen muss hingegen Marcus Biehl, der beim Auftakt wegen seiner Knöchelverletzung ausschied. Der 40-Jährige wollte eigentlich den Hermannslauf 2010 auslassen, weil er Mitte Mai beim legendären Rennsteiglauf in Thüringen den 72-km-Supermarathon im Visier hat. Weil er sein Streichergebnis schon kassiert hat, müsste er jetzt alle weiteren Stationen in Lengerich-Hohne (17. Oktober), Borgholzhausen (Weihnachtscross
und Luisenturmlauf) und beim »Hermann« wahrnehmen.
Der Böckstiegel-Lauf zieht Alt und Jung in seinen Bann. Jüngste Teilnehmer beim 3-km-Schülerlauf waren die sechsjährigen Lara Haubrock (16:28 Min.) und Melvin Reich (19:29). Als ältester Teilnehmer kam der 77-jährige Harry Bunte vom LC Solbad beim 10-km-Lauf nach 52:51 Min. ins Ziel. Clement Pfennig, wegen einer falschen Eingabe des Geburtsjahres zunächst mit 89 Jahren als»Methusalem« des Laufs verkündet, wollte sich nicht mit fremden Federn schmücken: Der ehemalige Handballer des TuS Brake ist erst 39 und schaffte die 18 km in 1:50:18 Std.

Westfalenblatt vom 27.09.2009

Da jubeln die Fans: Nicht nur die Erstplatzierten werden in der Wertheraner Innenstadt begeistert begrüßt.

Favoritenfrage bleibt spannend

BÖCKSTIEGELLAUF: Duell der M40-Senioren / Kirsten Heckmanns Chance

Werther (cwk). Die Weichen für das morgen um 14 Uhr startende Event sind gestellt: Insgesamt 1303 Aktive wurden bislang für die vier Wettbewerbe des 6. Böckstiegellaufs registriert – 515 Einzelstarter und 412 Cup-Absolventen für das 18 km lange Hauptrennen, 129 für die Laufpremiere über 10 km, 109 für das Walking und 129 für den 3-km-Schülerlauf. Nicht weniger eindrucksvoll ist der Favoritenkreis für die 18 km.

Bei den Männern fehlt Titelverteidiger Michael Brand noch in der Meldeliste, aber mit ihm und auch mit seinem Brakeler Vereinskollegen Sebastian Brandt wird doch gerechnet. Der frühere Solbader Ingmar Lundström bestätigte gestern noch einmal, dass er sich fünf Jahre nach seiner durch Magenprobleme bedingten Aufgabe rehabilitieren und mit einem guten Ergebnis erstmals »finishen« möchte. Sein Respekt vor der Konkurrenz ist groß: „Außer Elias Sansar sind ja praktisch alle OWL-Asse am Start.“
     Als heißester Tipp gilt ein anderer Ex-Hermannslaufsieger: Marcus Biehl (LG Lage-Detmold), der schon zwei beachtliche »Böckstiegel-Erfolge« vorweisen kann. 2005 erzielte er zwischen zwei Kenianern die bis heute schnellste Zeit eines Deutschen und streifte mit 1:00:24 das Stundenlimit; 2007 fand er mit dem Sieg aus einer Formkrise heraus. „Ich bin besser in Form als damals und hoffe, dass mich eine leichte Bänderdehnung nicht mehr beeinträchtigt“, erklärte er. Beim vor zwei Wochen beendeten »Transalpin« habe er nicht an seine Grenzen gehen müssen.
     Biehl hält Dirk Strothmann für seinen Hauptgegner, auch wenn dieser vor zwölf Monaten Michael Brand unterlag. 2006 war die Rangfolge umgekehrt. Jedenfalls darf man den Solbader, der wie Marcus Biehl im Juli seinen 40. Geburtstag feierte, als erfolgreichsten Böckstiegelläufer bezeichnen: Viermal trat der Premierensieger an, viermal platzierte er sich im Medaillenrang. „Mit Dirk muss man immer rechnen, zumal er ein starker Bergabläufer ist“, weiß Konkurrent Biehl.
     Die zweite Medaillenhoffnung des Altkreises ist Jörn Strothmann, der schon dreimal Bronze gewann. Er muss sich u.a. mit dem Bielefelder Debütanten Volkmar Rolfes, dem Brackweder Sascha Heckmann und dem Wolfsburger Ulrich Petri auseinandersetzen. Nach seinem starken Berliner Marathon will auch Andreas Ewert antreten; in der M45 trifft er u.a. auf den Olaf Kreuzberg.
     Kirsten Heckmann, 2006 souveräne Siegerin und danach jeweils Zweite, zeigte sich gestern überrascht, dass Ilona Pfeiffer ihren Titel nicht verteidigt. Die Brackwederin überzeugte kürzlich mit neuer Bestzeit von 2:21:45 Std. beim Oelder Halbmarathon. „Die Form stimmt und ich möchte den Böckstiegellauf nicht auslassen, obwohl ich auch für den Essen-Marathon plane.“
     LC-Lokalmatadorin Antje Strothmann hat sich leider einen Schnupfen zugezogen. „Ich hoffe, er schwächt mich nicht zu sehr“, bangt die Premieren-Zweite von 2004. Konkurrentin in der W40 ist Heike Mohn, deren jüngste Nachfolgerin als Hermannlaufsiegerin, Franziska Schmidt, sich ohne Ambitionen stellt. Sie steht nach einem Sturz und Knochenhautproblemen erst im Neuaufbau.

Haller Kreisblatt vom 27.09.2009

Biehl und Kirsten Heckmann greifen an

6. BÖCKSTIEGELLAUF: Bielefelder im Favoritenkreis

     Bielefeld (cwk). Morgen um 14 Uhr fällt auf Bielefelder Boden – dem Parkplatz Peter auf’m Berge – der Startschuss zum Böckstiegellauf, der innerhalb von fünf Jahren eine Art Kultstatus erlangt hat. Sein über 18 km nach Werther führendes Hauptrennen eröffnet den neuen Active Trailrunning-Cup. Einschließlich der erstmals angebotenen Alternativstrecke 10 km (mit Walking) und des 3-km-Schülerlaufs zeichnet sich eine Rekordzahl von ca. 1300 Teilnehmern ab.

Den einzigartigen Mix aus Berg- und Straßenlauf wollen sich auch Bielefelds Langstreckler nicht entgehen lassen. Zu den Favoritinnen des Frauen-Hauptlaufs zählt Kirsten Heckmann (SVB), die 2006 siegte und 2007/08 jeweils Zweite wurde. „Dieser schöne Lauf reizt, aber mit dem Trailrunning-Cup insgesamt wird’s schwierig. Kurzfristig habe ich mich auch für den Essen-Marathon in zwei Wochen entschieden“, verrät sie.
     Selbstvertrauen kann sie aus ihrer Oelder Halbmarathon-Steigerung auf 1:21:45 Std. ziehen. Ihre Chancen für den Böckstiegellauf verbessern sich nach dem Verzicht der Titelverteidigerin Ilona Pfeiffer; auch ihre Bezwingerin vom „Hermann“, Franziska Schmidt, wird sie morgen kaum fordern. Nach Knochenhautproblemen infolge eines Sturzes plant sie nur „ein Aufbaurennen in mittlerem Tempo“. Erneut am Start ist die Vorjahrsdritte Mareike Walkenhorst (TSVE). Man darf gespannt sein, was bekannte Seniorinnen wie Antje Strothmann, die kurzfristig zum Start entschlossene Heike Mohn (beide W40) oder Beatrice Tappmeier (W45) leisten können.
     Mit vielen OWL-Assen ist das Männerfeld besetzt. „Außer Elias Sansar kommen ja fast alle“, bilanziert der neu motivierte Ingmar Lundström, den Magenprobleme bei der Premiere 2004 zur Aufgabe zwangen. Ein anderer Ex-Hermannslaufsieger, der für die LG Lage-Detmold startende Marcus Biehl, möchte an seinen Sieg vom vorletzten Jahr anknüpfen und den Titelverteidiger Michael Brand herausfordern. „Ich bin besser in Form als damals, brauchte mich auch beim Transalpine-Run nicht zu verausgaben“, zeigt er sich optimistisch.
     Für seinen Hauptgegner hält er den auf „Downhill“-Passagen starken Premierensieger Dirk Strothmann (LC Solbad Ravensberg), dessen Bruder Jörn ebenfalls dabei ist. Zu den aussichtsreichen Bielefeldern zählen u.a. Sascha Heckmann (SVB), Debütant Volkmar Rolfes und Olaf Kreuzberg (beide TuS Eintracht), Stephan Schröder und Raoul Kempmann (beide TSVE).

Neue Westfälische vom 25.09.2009

Schüler nehmen Beine in die Hand

Böckstiegel-Lauf am 26. September bietet spannende Läufe und tolles Rahmenprogramm

Werther (aha). „Kommet und schauet“, lädt Organisator Hans-Werner Böhme ein: Das »Erlebnis Böckstiegel-Lauf« geht in die sechste Runde. Am Samstag, 26. September, zieht das Laufereignis die Menschen nach Werther, Alt und Jung, Männer und Frauen, Teilnehmer und Zuschauer, es sind die familiäre Atmosphäre und die tolle Stimmung an der Strecke, die die Veranstaltung zu etwas ganz Besonderem machen. In diesem Jahr mehr denn je, denn neben dem eigentlichen 18-Kilometer-Lauf liegt ein Schwerpunkt auf dem Drei-Kilometer-Schülerlauf. Er soll, das wünschen sich die Organisatoren, mindesten doppelt so viele Teilnehmer anlocken wie in den Vorjahren.

Laufen ist gemeinhin eine einsame Angelegenheit – es sei denn, man betreibt sie mit Gleichgesinnten. In diesem Fall mit Klassen- oder Vereinskameraden. Da kann eine Veranstaltung wie der Böckstiegel-Lauf im Handumdrehen zu einem fröhlichen Gemeinschaftserlebnis werden. Egal, ob man die drei Kilometer von Rosen-Steffen bis in die Innenstadt in einer Spitzenzeit oder in gemütlichem Tempo zurücklegt. Dabei sein ist eben alles. Zudem, so Organisator Friedhelm Boschulte, seien drei Kilometer eine Strecke, die mit ein bisschen Training von jedem gut geschafft werden könnte.
Knapp 100 Jungen und Mädchen gingen bei der Ausgabe 2008 an den Start – mindestens 200 sollen es in diesem Jahr sein. Alle Schulen und Sportvereine im Altkreis sollen in Kürze angeschrieben werden, „es wäre einfach toll, wenn wir hier etwas Großes auf die Beine stellen könnten“, so Böhme. Mitmachen können Kinder und Jugendliche zwischen neun und 15 Jahren, die genau wie die »Großen« durch das Spalier der hoffentlich zahlreichen Zuschauer Richtung Ziel auf dem Venghauss-Platz laufen werden. Jeder, der hier ankommt, erhält ein kleines Präsent, auf die schnellsten Teilnehmer, die beste Gruppe und die größte Schulklasse warten attraktive Sonderpreise.
Die Teilnahme am Böckstiegel-Lauf lohnt sich aber nicht nur für die Läufer, sondern auch für die Zuschauer. Die können hautnah die tolle Atmosphäre aufsaugen, die so ein Laufereignis birgt.
Nicht fehlen dürfen an diesem Tag natürlich der Böckstiegel-Freundeskreis als Mit-Veranstalter und die Böckstiegel-Stiftung. Beide haben sich bekanntermaßen dem Werk des heimischen Künstlers verschrieben und möchten diesen Tag nutzen, den Namensgeber des Laufes noch bekannter zu machen. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich ebenfalls gesorgt, es gibt Pommes, Würstchen, Kaffee, Kuchen und mehr. Parkplätze stehen in ausreichender Menge zur Verfügung und sind ausgeschildert.
Damit eine solche Großveranstaltung überhaupt gelingen kann, sind viele helfende Hände gefragt. Über 100 werden es am Laufwochenende sein, ob das die Streckenposten der Feuerwehr sind, die Kuchen backende Landjugend, das Gymnasium, das die Kleiderbeutel von der Startstelle zum Ziel transportiert, die Männer und Frauen im Wettkampfbüro der Grundschule oder die unzähligen weiteren Helfer, die  den Tag erst möglich machen. „Ich denke, dass wir gut gerüstet sind“, betonen Böhme und Boschulte. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, steht einer erfolgreichen sechsten Auflage des Böckstiegel-Laufs nichts mehr im Wege.

Neue Ideen und neuer Partner

6. Böckstiegellauf: Am 26. September erstmals mit Kurzstrecke über zehn Kilometer

Werther/Altkreis Halle. "Ich habe zwei Leidenschaften: die eine ist der Böckstiegellauf und die andere der Wertheraner Bürgerbus", sagt Hans-Werner Böhme mit einem strahlenden Lächeln. Der ehrenamtliche Fahrdienst gehört längst zum festen Bestandteil in Werther und auch der Böckstiegellauf hat sich in der Szene etabliert. Um die Laufveranstaltung zu Ehren des großen Wertheraner Malers noch attraktiver zu gestalten, gehen die veranstaltende Werbegemeinschaft Werther und der Böckstiegel-Freundeskreis mit einem modifizierten Programm und dem Haller Kreisblatt als neuen Partner in die sechste Auflage.

"Durch die Zusammenarbeit mit dem HK haben wir jetzt bessere Förderungsmöglichkeiten für den Schülerlauf", sagt Hans-Werner Böhme und blickt auf den farbenfrohen Flyer, der seit Ende vergangener Woche vorliegt und umfassend über die sechste Auflage des Landschaftslaufes informiert. Frank Wallner sieht im Engagement der Heimatzeitung mit der weitaus größten Auflage im Altkreis Halle eine weitere Möglichkeit, den heimischen Sport zu unterstützen und besonders den Nachwuchs zu fördern. Im Vergleich zu den bisherigen fünf Läufen soll die Durchführung und die Siegerehrung laut Hans-Werner Böhme verbessert werden: "Unser Ziel ist es, dass sich jeder Schüler und Läufer richtig gewürdigt fühlt." Der Drei-Kilometer-Schülerlauf der Jahrgänge 1994 bis 2000 wird am 26. September um 14 Uhr in der Nähe von Steffen Rosen gestartet. Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde mit Zeit- und Platzierung sowie ein Präsent. Auch eine Gruppenwertung für Schulklassen und Vereine ist geplant. Die Startgebühr beträgt vier Euro. Anmeldungen sind auf der Homepage des Haller Kreisblattes unter www.haller-kreisblatt.de möglich. Der Termin nach dem Ende der Sommerferien spricht laut Friedhelm Boschulte vom sportlichen Ausrichter LC Solbad Ravensberg dafür, dass die Grenze von 100 Schülerinnen und Schülern beim 6. Böckstiegellauf klar überschritten wird. Hans-Werner Böhme ist in diesem Punkt weitaus optimistischer: "Die Zahl 100 müsste sich verdoppeln lassen."
Der neue Flyer, der im Rathaus, in den Räumen der Kreissparkasse Halle, bei Sport Strunk, bei Sport & Schuh Diekhaus, bei Sudfeld und in der Geschäftsstelle des Haller Kreisblattes ausliegt, informiert umfassend über die sechste Auflage des Böckstiegellaufes, der zum Active-Trailrunning-Cup 09/10 gehört. Der Cup startet am 26. September in Werther und endet am 25. April 2010 mit dem 39. Hermannslauf. Dazwischen liegen der Teutoburger-Wald-Lauf in Hohne (17. Oktober), der Weihnachtslauf in Borgholzhausen (20. Dezember) und der Luisenturmlauf in Borgholzhausen (6. März 2010). "Von der Aufnahme in den Cup werden wir sicherlich profitieren", rechnet Friedhelm Boschulte mit einer positiven Entwicklung der Läuferzahlen.
Neben dem Hauptlauf über 18 Kilometer, der in die Cup-Wertung einfließt, wird bei der sechsten Auflage erstmals eine Kurzstrecke von zehn Kilometern angeboten. Start und Ziel der kürzeren Variante des »Böckstiegels« sind wie beim »18er« Peter auf'm Berge und der Venghauss-Platz. Ausgelassen werden die Schleife Bergfrieden-Ascheloh-Bergfrieden mit der langen Steigung hinauf zum Kamm des Teutos sowie der Bereich Steffen Rosen/Schloßstraße. Die erste Anmeldeperiode mit den günstigsten Startgebühren läuft bis zum 26. August. Letzter Tag für eine schriftliche Anmeldungen ist der 20. September. Am 25. September (ab 17 Uhr) und am Veranstaltungstag (ab 11 Uhr) sind im Wertheraner Rathaus Nachmeldungen möglich. Anmeldungen für die Läufe über 10 und 18 Kilometer sowie für Walking/Nordic-Walking kann man im Internet unter www.boeckstiegel-lauf.de tätigen. Teilnehmer des Active-Trailrunning-Cups 09/10 sind automatisch angemeldet.

Von Rolf Uhlemeyer - Haller Kreisblatt