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Michael Brand gelingt die Revanche

Böckstiegel-Lauf: Triumph vor Dirk Strothman – Pfeiffer siegt bei Frauen

Werther (WB). Vor zwei Jahren hatte Dirk Strothmann Michael Brand mit 29 Sekunden Vorsprung den Sieg weggeschnappt. Beim 5. Böckstiegel-Lauf am Samstag drehte der 26-Jährige von Non-Stop-Ultra Brakel den Spieß um. Der Hermannslauf-Dritte gewann nach 18 km zwischen Bielefeld-Hoberge und Werther vor dem Lokalmatador vom Ausrichter LC Solbad Ravensberg. »Bei Kilometer zwölf habe ich gemerkt: Du bist noch top drauf. Und als ich bis auf 50 Meter an Dirk dran war, habe ich mir gesagt: Jetzt versuchst du's, vielleicht schaffst du die Revanche.« Und Brand startete durch, siegte mit 1:02:17 zu 1:03:03 Std. vor Strothmann und dessen Bruder Jörn (1:04:52).
Favoritin Ilona Pfeiffer (LC Solbad) musste kämpfen, um in 1:10:45 Std. als schnellste Frau ins Ziel zu laufen. Denn Ex-Hermannslaufsiegerin Kirsten Heckmann (SV Brackwede) war mit 1:11:27 Std. eine hartnäckige Verfolgerin. Als dritte Frau kam die Mareike Walkenhorst (Bielefeld) auf 1:16:09. Siegerin Pfeiffer, Marathonmeisterin 2007, rätselte, warum ihr das Rennen so schwer gefallen war: »Ich hatte dicke Beine und weiß nicht weshalb.«
Ähnlich erging es Mitfavorit Stefan Fromme (LG Lage-Detmold), im Sommer Seriensieger bei Straßenläufen im Kreis Gütersloh: »Das war nicht mein Tag.« Er wurde in 1:05:00 Std. Vierter. Denn Jörn Strothmann (LC Solbad) hatte nach der schweren ersten Hälfte mit einem langen und steilen Anstieg durch den Teutoburger Wald auf den Bergabpassagen und den Wellen in Richtung Zielort Werther neben Michael Brand die größten Reserven: Auf den letzten 1,2 km überholte er noch Sebastian Brandt (TV Jahn Driburg/5. in 1:05:19) und Fromme, lief in 1:04:52 auf den dritten Rang.
Im Ziel stärkte sich Michael Brand mit einem alkoholfreien Bier, Verfolger Dirk Strothmann mit Popcorn aus der Hand von Tochter Sarah. Sie genossen die Nachmittagssonne an einem perfekten Lauftag – wie mehr als 700 Sportler, die das Ziel erreichten. Die vom WESTFALEN-BLATT unterstützte Veranstaltung überzeugte mit perfekter Organisation und bestätigte trotz Konkurrenz durch einen Citylauf im nahen Gütersloh und den Berlin-Marathon ihren Status als Herbst-Pendant zum Hermannslauf.

Von Gunnar Feicht

Böckstiegel-Lauf bei Bilderbuchwetter: ein sportlicher Genuss für gut 700 Teilnehmer

Wenn Platz 2 und 3 glücklich machen: Strothmann-Brüder und Siegerin Pfeiffer garnieren traumhaften Lauf mit sportlichen Highlights

Werther (WB). Ein Feiertag für den Ausdauersport: Beim 5. Böckstiegel-Lauf tauchte die Herbstsonne den Teutoburger Wald in Farbtöne, die so recht in eines der berühmten Gemälde des Namensgebers gepasst hätten. Und auch sportlich erzielte Mitausrichter LC Solbad Ravensberg eine Bilanz wie aus dem Bilderbuch.
Ein erster, ein zweiter und ein dritter Platz für den LC – und doch waren die Reaktionen kurios. Ausgerechnet Frauen-Siegerin Ilona Pfeiffer, die mit 42 Sekunden Vorsprung den Angriff von Kirsten Heckmann (SV Brackwede) abgewehrt hatte, grübelte nach ihrem ersten Triumph in Werther, warum ihr der Erfolg über die 18-km-Distanz so schwer gefallen war: »Ich hatte dicke Beine, habe mich manchmal gefühlt wie ein Elefant. Das war nicht mein Tag.«
Dagegen strahlten die Brüder Dirk und Jörn Strothmann mit der Sonne um die Wette. Obwohl ihnen Michael Brand (NSU Brakel) den Sieg weggeschnappt hatte (Bericht im überregionalen Sportteil). Dirk hatte lange geführt, musste den Drittplatzierten des Hermannslaufs aber rund vier Kilometer vor dem Ziel passieren lassen. Der 39-Jährige grollte aber nicht: »Michael ist unten raus total stark gelaufen. Für mich war das ein top Rennen. Meine Vorjahreszeit habe ich um fast 1:20 Minuten unterboten, obwohl ich dieses Jahr irgendwie nie so richtig ins zielgerichtete Training gekommen bin.« Den stärksten Eindruck auf den letzten 2,5 km über die Schloßstraße und durch die Stadt zum Ziel am Venghaussplatz hinterließ jedoch Jörn Strothmann. In der längsten Steigung zwischen Kilometer 6,5 und 8 schien ihn das Trio Michael Brand, Stefan Fromme und Sebastian Brandt schon abzuhängen. Doch ausgerechnet der Mann, der früher oft anfangs ungestüm vorneweg rannte, um dann einzubrechen, hatte diesmal genau richtig taktiert: »Fromme und Brandt sind 10 000-m-Leute. Mal sehen, was die am Ende noch drauf haben...« Es war die richtige Ahnung: Der 35-Jährige überholte 1,2 km vor dem Ziel zunächst Brandt, 600 m weiter auch Fromme – und lief in Werther zum dritten Mal nach 2004 und 2006 aufs Treppchen.
Der Zielort Werther, im Frühjahr mit mehr als 100 Startern beim Hermannslauf vertreten,  machte auch in den Ergebnislisten seinem Ruf als Läuferstadt alle Ehre. Um den Sonderpreis für die schnellsten Lokalmatadoren zu ergattern, musste man schon kräftig Gas geben. Triathlon-Spezialist Raoul Kempmann gelang dies mit Rang 10 am besten, seine Vorjahreszeit verfehlte er aber mit 1:09:21 Std. um gut zwei Minuten: »Das Feld war so schnell auseinandergezogen, dass es wenig Orientierungspunkte gab. Ich habe mich gegen Ende ganz schön gequält.«
Leichter fiel Sabine Engels (LC Solbad) die Spitzenplatzierung bei den Frauen: Gesamt-Rang vier und Klassensieg in der W40 mit 1:21:11 – die Mutter von zwei Kindern war »super zufrieden«. Hier sah die Familientaktik anders aus: Ehemann Kai war auf dem Mountainbike auf einigen Passagen als Motivator ganz nah dran. »Er hat mich unermüdlich angetrieben und mit eigener Verpflegung versorgt.«
Die Läufer aus dem Altkreis warteten mit weiteren starken Leistungen auf: Jens-Erik Bergmann (8./LC Solbad) und Andreas Thiessen (9./Halle) als überlegener Sieger der Altersklasse M50 platzierten sich noch vor Kempmann in den Top Ten. Die Wertheraner Wolfgang Diekotto und Ralf Hübner (letzterer trotz einer Zerrung während des Laufs) belegten hinter Ex-Hermannslaufsieger Martin Sprenger in der M55 die Ränge zwei und drei. Erste Plätze in den Altersklassen gab es für Dr. Hermann Mußgnug (M70), Siemke Lüdorff (W35) und Dr. Anne-Marie Calder (W50/alle LC Solbad).

Friedhelm Boschulte und Ulrich Diekhaus haben sich bei Hans-Werner Böhme (von rechts) für seinen unermüdlichen Einsatz bedankt.

Dickes Dankeschön für den »Vater« des Laufs

Hans-Werner Böhme ist seit der ersten Stunde dabei – 80 Ehrenamtliche packen mit an

Werther (WB). Er ist der »Vater« des Böckstiegel-Laufs. Seit der ersten Stunde hat Hans-Werner Böhme die Fäden im Hintergrund gezogen. Am Samstag haben Friedhelm Boschulte (LC Solbad) und Ulrich Diekhaus (Werbegemeinschaft Werther) dem 72-Jährigen für seinen Einsatz gedankt.
Dass sein Engagement im Rahmen der Siegerehrung gewürdigt werden sollte, passte Hans-Werner Böhme eigentlich gar nicht. Friedhelm Boschulte und Ulrich Diekhaus mussten das »Urgestein« der Werbegemeinschaft sogar überreden, das Geschenk auf der Empore des Venghaussplatzes entgegen zu nehmen. Er ist eben der Macher im Hintergrund – auch wenn es um das Dankeschön geht.
»Der Erfolg hat viele Mütter und Väter«, sagte Hans-Werner Böhme bescheiden. »Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen Helfer könnten wir so ein großes Sportevent wie den Böckstiegel-Lauf nicht durchführen.« 80 Ehrenamtliche waren in diesem Jahr im Einsatz. Die Veranstaltergemeinschaft – bestehend aus der Werbegemeinschaft Werther, dem P.A. Böckstiegel-Freundeskreis und dem sportlichen Ausrichter LC Solbad Ravensberg – kann sich seit Jahren auf die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Werther, des TV, der Laufgruppe »Ascheloher Gipfelstürmer«, der Johanniter-Unfallhilfe, Schüler des Evangelischen Gymnasiums sowie vieler Privatpersonen verlassen. Sie sperren Straßen ab, versorgen die Sportler auf der Strecke und im Ziel mit Getränken oder haben ein Auge auf die Kleiderbeutel. Die Walking-Gruppe um Sybille Uphaus verwöhnte die Zuschauer mit frisch gebackenem Kuchen.
Nicht selbstverständlich ist auch der Einsatz der Familie Linhorst, die die Sportler im Ziel mit frischen Äpfeln stärkt, bevor das Team der Praxis für Physiotherapie Majer ihre Muskeln mit einer Massage lockert. Mit dabei waren auch in diesem Jahr Markus Majer und seine Frau Hilke Engel-Majer, die zuvor – genau wie ihre Töchter Leslie und Josie-Ann – selbst mitgelaufen waren. Das jüngste Familienmitglied schaffte es auf dem Siegertreppchen sogar nach ganz oben.
Für Hans-Werner Böhme sollte der erste Böckstiegel-Lauf 2004 eigentlich der letzte sein. Immer wieder hatte er in den vergangenen Jahren seinen Rückzug angekündigt. »Doch dieses Mal ist wirklich Schluss«, sagte er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Wirklich glauben will man ihm das nicht. Denn an Böhmes weißen Kleinbus klebt schon die Ankündigung für den 6. Böckstiegel-Lauf. Der Startschuss fällt am Samstag, 26. September 2009.

Von Dunja Henkenjohann

„Hatte richtig dicke Elefantenbeine“

Ilona Pfeiffer siegt dennoch in einer Top-Zeit / Strothmann-Brüder auf den Ehrenplätzen hinter Michael Brand

Werther (cwk). Michael Brand durchkreuzte vorgestern die Chance auf den ersten Doppelsieg des LC Solbad Ravensberg beim Böckstiegel-Lauf. Der nachgemeldete Brakeler, 2006 schon einmal Zweiter, schloss in Isingdorf zum lange führenden Dirk Strothmann auf und lief noch 46 Sekunden Vorsprung heraus; Bronze ging an Jörn Strothmann. Erwartungsgemäß feierte auch Ilona Pfeiffer ihren ersten Sieg – vor der 42 Sekunden zurückliegenden Brackwederin Kirsten Heckmann.

„Dass ich vor zwei Jahren gegen Dirk verloren habe, war heute Motivation für mich“, verriet Brand, der sich im Teuto noch zurückgehalten hatte, ab dem Gasthaus Bergfrieden aber immer mehr aufholte. Als der Solbader von der Isingdorfer Schulstraße auf den Waldpfad einbog, war er Brand nur noch wenige Sekunden voraus. „Rund 500 Meter nach dem Hof Linhorst setzte sich Michael ab, ich konnte nicht mehr dran bleiben“, berichtete der zweimalige Sieger.
Sein 13 Jahre jüngerer Kontrahent war überrascht, so gut durch dieses Rennen zu kommen: „Nach meinem 2. Platz beim Hermannslauf habe ich wettkampfmäßig pausiert. Seit ich nicht mehr Student bin, wird die Zeit fürs Training knapp.“ Der geschlagene Dirk Strothmann zeigte sich keineswegs enttäuscht: „Beim Anstieg in Ascheloh und dann auch bergab lief es gut, insgesamt bin ich zufrieden.“ Ein positives Fazit zog auch sein Bruder Jörn, dessen Formkurve wieder anstieg.
Bergauf gewohnt stark, meisterte er die langen Downhill-Passagen ebenso problemlos und sah sich in der Schlussphase plötzlich mit der Chance konfrontiert, den »Geheimfavoriten« Stefan Fromme zu überholen. Das gelang und so erreichte der 35-Jährige seinen dritten Bronzerang – übrigens stets verbunden mit einer geraden Jahreszahl (2004, 2006, 2008). Debütant Fromme nahm seinen 4. Platz gelassen: „Vor allem hat dieser landschaftlich großartige Lauf Spaß gemacht.“ Seine Klasse M40 gewann der Lipper vor Jens-Erik Bergmann, der auf Platz 8 zum drittbesten Altkreis-Läufer avancierte. Ihm folgte der erneut stark auftrumpfende M50-Schnellste Andreas Thiessen von der Flugsportvereinigung.
Zwei Wochen vor ihrem Marathonstart in Essen lief die Frauensiegerin von 2006, Kirsten Heckmann (SV Brackwede), mit 1:11:27 Std. so schnell wie zuvor. Dennoch hatte sie während des Rennens keinen Kontakt zu Ilona Pfeiffer. „Ich bin ganz allein gelaufen“, berichtete die Solbaderin, „aber es war nicht mein Tag. Ich fühlte mich müde und hatte richtig dicke Elefantenbeine.“ Dabei war sie mit 2:10:45 Std. fast drei Minuten unter ihrer Einstandszeit im Jahr 2005 geblieben.
Zudem stellte sie einen neuen »OWL-Streckenrekord« auf und löste Gisela Steinbeck (1:11:02/2007) ab; schneller war nur die Kenianerin Powyo. Freude auch bei der Gesamtvierten und W40-Besten Sabine Engels („Ich hatte mir heute viel vorgenommen“): Ihr gelang ein Leistungssprung gleich um fünf Minuten. Weitere LC-Klassensiege liefen Siemke Lüdorff (W35), Anne-Marie Calder (W50) und Heide Graef (W55) heraus.

aus dem Haller Kreisblatt vom 29.9. - Bericht von Claus-Werner Kreft

Erstmals die Chance auf ein Solbad-Double

Fromme fordert Dirk Strothmann heraus

Werther (cwk). Rund 500 Voranmeldungen für das 18-km-Hauptrennen lagen dem LC Solbad Ravensberg bis gestern vor. „Das ist ein ordentliches Ergebnis angesichts der Terminkonflikte mit den Herbstferien und dem Berlin-Marathon“, erklärte Friedhelm Boschulte als sportlicher Organisator. Er setzt darauf, dass freundliches Herbstwetter noch viele Läufer zur Nachmeldung (ab 11 Uhr im Rathaus) motiviert.

Die Starterliste weist aus, dass die Hobby- und Freizeitläufer (besonders viele aus Werther) deutlich in der Mehrheit sind. Das entspricht der Intention dieses stark lokal ausgerichteten Events, das aber auch von den leistungssportlichen Aspekten lebt – von der Spannung um Favoriten, Bestzeiten und Streckenrekorde. Die sind nach wie vor in kenianischem Besitz: Am 1. Oktober 2005 unterbot David Plimo (59:59 Min.) als bislang einziger Böckstiegel-Läufer das magische Stundenlimit und Paris Powyo (1:09:56) drückte den Frauenrekord unter die Grenze von 1:10 Stunden.
Gegen 15.10 Uhr wird sich heute auf dem Venghaussplatz zeigen, ob der LC Solbad erstmals seine Chance auf das »Double« nutzen konnte: Dirk Strothmann und Ilona Pfeiffer zählen zu den Top-Favoriten, falls nicht noch kurzfristig nachmeldende Überraschungsgäste die Prognosen über den Haufen werfen. Ilona Pfeiffer war bei der zweiten Auflage (2005) schon einmal für den Lauftreff Dissen dabei, musste sich damals in 1:13:29 Std. aber nicht nur Paris Powyo, sondern auch der Bielefelder Orientierungsläuferin Karin Schmalfeld (1:11:36) klar geschlagen geben.
Inzwischen hat sich die 2007 zum LC gewechselte und zur Spitzenläuferin gereifte Ilona Pfeiffer deutlich verbessert. Im Duell mit der Siegerin der letzten beiden Jahre, Kirsten Heckmann, dürfte sie die besseren Karten haben und den »Hattrick« der Brackwederin verhindern. Ihre Solbader Teamkollegin Antje Strothmann (W40), bei der Premiere nur von Anke Kemmener bezwungen und auch 2007 wieder Zweite, könnte erneut aufs Treppchen kommen.
Das große Seniorinnen-Aufgebot des LC ergänzen u.a. Annemarie Bluhm-Weinhold, Siemke Lüdorff (beide W35), die leistungsverbesserte Sabine Engels (W40) als Kandidatin für den Sonderpreis »schnellste Wertheranerin«, Dr. Anne-Marie Calder (W50) und Heide Graef (W55).
Dirk Strothmann contra Stefan Fromme (LG Lage-Detmold) – dieses Duell zeichnet sich für das Männerrennen ab, wenn es bei der bisherigen Starterliste bleibt. Der 39-jährige Solbader hat seinen Formanstieg am vorletzten Wochenende als Deutscher Duathlon-Vizemeister auf der Langdistanz bewiesen; der noch zwei Jahre ältere, nach langer Pause zum Laufsport zurückgekehrte Nightcupsieger Fromme gilt als Phänomen in der OWL-Laufszene. Seine Spezialiät sind eher die 10 Kilometer; man darf gespannt sein, wie er sich heute auf dem anspruchsvollen 18-km-Kurs schlägt.
Für eine Überraschung ist Jörn Strothmann immer gut, auch wenn dem exzellenten Bergläufer die langen »Downhill«-Abschnitte weniger liegen. Einmal lief er bereits in die Medaillenränge – bei der Premiere 2004 hinter seinem Bruder Dirk und dem Brackweder Oliver Reins. Ein nicht zu unterschätzender Außenseiter ist der Oelder Helmut Karwinkel. Für Wertheraner Lokalkolorit in der erweiterten Spitzengruppe werden vor allem der Vorjahrsachte Raoul Kempmann (im Trikot des TSVE Bielefeld), Rainer Demoliner, Jens Kreiensiek und LC-Mitglied Kay Leuteritz sorgen. Der Haller Andreas Thiessen (Flugsportvereinigung) läuft um den M50-Klassensieg; in der M55 trifft Solbads Ralf Hübner u.a. auf »Mr. Hermannslauf« Martin Sprenger.

Wer Körner spart, ist im Finish der König

Drei Cracks geben Tipps zur Böckstiegel-Strecke

Werther (WB). Der enge Terminplan hat es so gefügt: Als sich die drei Wertheraner Langstreckler auf dem Böckstiegel-Lauf-Parcours treffen, herrscht ein Hundewetter. Doch alle sind sich einig: »Dieser Lauf hat so viele schöne Passagen – die muss man genießen.« Und das wird am Samstag auch möglich sein. Für den 5. Böckstiegel-Lauf sagen die Wetterfrösche ideale Bedingungen voraus: Sonnenschein, angenehme 17 Grad.
Dass es beim Treffen zum Strecken-Check mit der WB-Sportredaktion regnet und der höchste Punkt am Hengeberg in dichte Wolken gehüllt ist, ändert nichts daran, dass die Sportler aus Werther von den Reizen der 18-km-Strecke schwärmen. Sie kennen aber auch die Tücken der einzigartigen Mischung aus Cross-, Landschafts- und Straßenlauf, können deshalb wertvolle Tipps geben.

Alle drei haben schon mehrfach erfolgreich teilgenommen. Raoul Kempmann, erfolgreicher NRW-Liga-Triathlet im Team des TSVE Bielefeld, war 2007 als Gesamt-Achter schnellster Wertheraner. Tobias Limberg vom LC Solbad Ravensberg belegte im vergangenen Jahr den 28. Rang. Und Ralf Hübner (Jahrgang 1950/ebenfalls LC Solbad) wurde bei der vierten Auflage Vierter der stark besetzten Altersklasse M55 und will seine Zeit von 1:18:24 Std. verbessern, nachdem er in der laufenden Saison 10 km erstmals in weniger als 40 Minuten gerannt ist.
Die 18 km auf den Spuren des Kunstmalers Peter-August Böck- stiegel, sie haben ihre ganz besondere Charakteristik. Das beginnt schon beim Start. »Bitte, reiht euch entsprechend eurer Leistungsfähigkeit in das große Feld ein«, raten die erfahrenen Sportler den Hobbyläufern, »das ist gerade bei diesem Lauf mit dem schmalen Einstieg in den Hermannsweg wichtig.« Wer die 10 km nicht unter 50 Minuten laufen kann, sollte sich in der hinteren Hälfte einsortieren, sonst wirkt er für die Schnelleren als Hindernis und muss von Anfang an mit dem Frust leben, ständig überholt zu werden.
»Der erste Kilometer hat es mit dem relativ schmalen Weg und leichten Berganpassagen gleich in sich. Aber vorerst geht es 'mal darum, auf dem Waldboden seinen Rhythmus zu finden«, sagt Raoul Kempmann. Als Triathlet hat er es läuferisch meistens mit flachen Asphaltkursen zu tun, doch im Training bevorzugt er den Teuto – »im Wald laufe ich nach Gefühl auch meine Tempointervalle, weil das einfach abwechslungsreicher ist als auf der Bahn.« Deshalb kennt er auf dem Böckstiegel-Kurs auch fast jeden Meter und stellt fest: »Der Lauf beginnt erst richtig mit dem Anstieg in Richtung Hengeberg. Auf den ersten fünf Kilometern heißt es: unbedingt Kräfte sparen.« Gute Bergläufer wie Kempmann und Tobias Limberg (»Bergan habe ich noch nie Probleme gehabt«) meistern die 100 Höhenmeter ohne Probleme. Weniger Trainierte sollten auf keinen Fall ans Limit gehen. Ralf Hübner: »Mit kurzen Schritten berghoch laufen, immer noch Reserven lassen. Denn der Berg bis zum Drachenstartplatz ist die erste Steigung in diesem Rennen – und längst nicht die letzte...«
Schließlich sollte jeder noch genug Luft haben, um an der Schneise auf dem Teutokamm (Kilometer acht) und am Gasthof Bergfrieden (kurz vor Kilometer zehn) den Blick schweifen zu lassen, wenn der Läuferschar der Kreis Gütersloh und das Minden-Ravensberger Hügelland zu Füßen liegen.
Die nächsten Kilometer geht's überwiegend bergab. Zunächst auf teilweise ausgewaschenem Wald- und Schotterboden – da heißt es, trittsicher und technisch sauber zu laufen. An der Verpflegungsstelle »Bergfrieden« geht es auf Asphalt weiter. »Vorsicht: Wer bergrunter überzieht, der läuft sich die Oberschenkel kaputt«, warnt Tobias Limberg aus eigener Erfahrung. Also: locker rollen lassen, ohne dass die Muskulatur zu sehr belastet wird.
Die Distanz zwischen Kilometer zehn und zwölf ist von Rhythmuswechseln geprägt. Nach der Fußgänger-Unterführung der Bielefelder Straße sieht man den Zielort Werther schon dicht vor sich, doch es geht zunächst in einer weiten Schleife durch Isingdorf. Hinter der Gärtnerei Rosen Steffen ist der tiefste Punkt der Strecke erreicht. Auf der Schloßstraße beginnt der 2,5 km lange Endspurt, den schon viele unterschätzt haben. »Bis zum Ziel geht es tendenziell bergauf, unter anderem mit drei oder vier kurzen, aber knackigen Anstiegen«, weiß Raoul Kempmann. Die richtige mentale Einstellung hilft, wenn die Kondition hilft: »Das letzte Bergaufstück auf der Mühlenstraße am Rathaus muss man sich einfach wegdenken.«
Sich für die letzten drei Kilometer auf der Schloßstraße noch Körner aufzusparen, dazu rät auch Tobias Limberg: »Wer da schon platt ist, kann noch viel Zeit verbrennen, weil es auch windanfällig ist. Wer aber Reserven hat, macht Platz um Platz gut.« Und nimmt noch bewusst das Böckstiegel-Geburtshaus am Streckenrand wahr.
Der letzte Kilometer mit Citylauf-Atmosphäre entschädigt dann auch jene Läufer, die sich voll ausgepowert haben. »Wenn man auf die Ravensberger Straße in Richtung Ziel am Venghaussplatz einbiegt, dann sollte man die Zuschauer mit einem Lächeln begrüßen. Damit das gelingt, muss man sich die Kräfte richtig einteilen«, sagt Ralf Hübner. Ihm sollte das gelingen: Schließlich hat er seit Wochen alle Grundlagen-Trainingseinheiten auf der Originalstrecke absolviert – und freut sich jetzt schon auf den stimmungsvollen Zieleinlauf und die freundschaftliche Atmosphäre in der Läuferfamilie. Bei strahlendem Sonnenschein – denn die Wolken sind gestern abgezogen.

Von Gunnar Feicht

Stefan Fromme zum ersten Mal dabei

Infos rund um den Böckstiegel-Lauf

Legen Sportlern ans Herz, die Sportschuhe für den Böckstiegellauf zu schnüren (von links): Hans-Werner Böhme (Werbegemeinschaft), Läuferin Hilke Engel-Majer, Friedhelm Boschulte (LC Solbad), Heiner Temme (Kreissparkasse) und Läufer Jens Kreiensiek. Foto: Henkenjohann

Macher biegen auf die Zielgerade ein

5. Böckstiegellauf am Samstag, 27. September – Kreiensiek: »Für Wertheraner eine Pflicht«

Werther(dh). Dreieinhalb Wochen vor dem Startschuss biegen die Organisatoren des 5. Böckstiegellaufs am Samstag, 27. September, schon auf die Zielgerade ein. Für die Teilnehmer hingegen ist der Endspurt noch weit entfernt.

300 Teilnehmer haben sich bislang für das Sportereignis angemeldet. Mit Unterstützung des WESTFALEN-BLATTes stellen die Werbegemeinschaft Werther, der P.A. Böckstiegel-Freundeskreis und der LC Solbad Ravensberg als sportlicher Ausrichter den Lauf auf die Beine.
»Der Böckstiegellauf ist für Hobbyläufer aus Werther Pflicht«, sagt Jens Kreiensiek. Auch wenn es der 41-Jährige inzwischen etwas langsamer angehen lässt – auf den Böckstiegellauf will er nicht verzichten. »Die 18 Kilometer lange Laufstrecke eignet sich auch für weniger trainierte Sportler«, sagt der Wertheraner, der zweimal in der Woche kurze und am Wochenende eine Langstrecke läuft. Das Erlebnis, vor Familie und Freunden das Ziel auf dem Böckstiegelplatz zu erreichen, sollte man sich aus seiner Sicht nicht entgehen lassen. Das gilt auch für Walker, die 13 Kilometer unter die Füße nehmen.
Ein Genuss ist die Atmosphäre auch für Hilke Engel-Majer. Die Physiotherapeutin ist schon viermal mitgelaufen und dreimal in Folge schnellste Wertheranerin geworden. Sie begibt sich mit ihrer gesamten Familie auf die Strecke zwischen Peter auf'm Berge und dem Venghaussplatz im Herzen von Werther. Neben Ehemann Markus geht auch Tochter
Leslie (zwölf Jahre) über 18 Kilometer an den Start. Tochter Josie-Ann (9) ist beim Schülerlauf über drei Kilometer dabei.
»Die Distanz des Böckstiegellaufs können auch Nicht-Cracks schaffen «, ermutigt Hilke Engel-Majer alle Hobbyläufer und -walker, sich noch anzumelden. Es gehe nicht um Geschwindigkeit, sondern um den Spaß an der Bewegung und der abwechslungsreichen Landschaft, die – angesichts der Steigung in Ascheloh – auch ihre Tücken habe. »Es ist richtig schön, wenn man nach einigen Kilometern wieder auf die Walker und damit auf bekannte Gesichter trifft«, sagt Hilke Engel-Majer.
Um ihre sportlichen Kollegen kümmert sich die 41-Jährige nach getaner Arbeit: Mit ihrem Team der Praxis für Physiotherapie bietet sie auf dem Venghaussplatz Massagen an. Mineralwasser in Mengen, Obst, alkoholfreies Bier und ein Kuchenbuffet sollen außerdem dazu beitragen, dass die Organisation »auf höchstem Niveau« gehalten werden kann, sagt Hans-Werner Böhme von der Werbegemeinschaft Werther. Er hat neben Mitgliedern des Turnvereins Werther auch Schüler des Evangelischen Gymnasiums eingespannt, die die Beutel mit den Wertsachen der Läufer im Auge behalten.
Die Veranstalter rechnen damit, dass sich die allgemein rückläufigen Zahlen bei Volksläufen, die Terminüberschneidung mit dem Berlin-Marathon und der Ferienstart auf die Teilnehmerzahl auswirkt. Im vergangenen Jahr waren etwa 1000 Läufer und Walker am Start. »Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Sportler in der letzten Minute anmelden«, sagt Friedhelm Boschulte vom LC Solbad Ravensberg. Dafür sind die Macher gerüstet. Bis Samstag um 13 Uhr können sich die Sportler im Wettkampfbüro im Rathaus anmelden.

Aus dem Westfalenblatt vom 03.09.08

Team steht in Startlöchern

Vorbereitungen für Böckstiegellauf in heißer Phase

Werther(broe). Das neue Hinweisschild am Parkplatz Peter auf'm Berge kündigt es bereits an. Die Organisatoren für den fünften Böckstiegellauf am Samstag, 27. September, stehen in den Startlöchern.

Um 14 Uhr gibt Bürgermeisterin Marion Weike an der Bielefelder Berggaststätte den Startschuss zu dem Laufsportereignis, das vom WESTFALEN-BLATT unterstützt wird. Dann geht's auf die 18,3 Kilometer langen Lauf- und 13 Kilometer lange Walkingstrecke durch den Teutoburger Wald - vorbei am Jugendheim an der Haller Schanze, an der Gaststätte Bergfrieden, durch Isingdorf und Arrode. Bevor die Freizeitsportler das Ziel auf dem Venghaussplatz in der Innenstadt von Werther erreichen, passieren sie auch das rote Böckstiegelhaus.
Am Start hält Ulrich Schröder vom LC Solbad die Fäden zusammen. Die Strecke zwischen Peter auf'm Berge und Bergfrieden liegt unter der Aufsicht von Hans-Werner Böhme (Werbegemeinschaft Werther). Annegret Büscher (LC Solbad) ist Obfrau des letzten Streckenabschnitts. Im Ziel erwartet Wilfried Krüger die Läufer.
Die etwa 1000 Starter werden mit Bussen vom Treffpunkt Rathaus in der Mühlenstraße in Werther zum Startplatz gebracht. Dort werden Toiletten und ausreichend Mineralwasser für die Läufer bereit stehen. Um den Kleidertransport kümmern sich 18 Schüler des Evangelischen Gymnasiums Werther. Sie bringen die Taschen mit einem LKW-Anhänger sicher ins Ziel nach Werther.
Der Dank der Teilnehmer und der Veranstaltergemeinschaft (Werbegemeinschaft Werther, Böckstiegel-Freundeskreis und LC Solbad Ravensberg) richtet sich an den Bielefelder Gastronom Marco Omrcen, der den großen Parkplatz vor seiner Gaststätte Peter auf'm Berge seit des ersten Böckstiegellaufes im Jahr 2004 zur Verfügung stellt.
Am kommenden Samstag, 30. August, wird für den Böckstiegellauf trainiert. Der Bus fährt um 14.30 Uhr ab Venghaussplatz zu Peter auf'm Berge, wo das Training um 15 Uhr beginnt.

Artikel vom 27.08.2008

Große Resonanz beim ersten »Böckstiegel«-Training

Wo geht's lang am 27. September, wenn der Startschuss zum Böckstiegel-Lauf ertönt? Rund 70 Hobbysportler haben sich am Sonntag mit dem Verlauf der Originalstrecke vertraut gemacht. Das erste offizielle Training unter der Regie des sportlichen Ausrichters LC Solbad Ravensberg wurde hervorragend angenommen. Nach dem Bustransfer von Werther zum Wanderparkplatz Peter auf'm Berge machten sich die Aktiven - der Leistungsstärke entsprechend in Gruppen aufgeteilt - auf den Weg: 18 km für die Läufer, 13 km für die Walker. Der LC bietet weitere Trainingstermine am 30. August sowie am 13. September (jeweils 14 Uhr Treffen Venghaussplatz, 14.30 Uhr Start am »Peter«) an. Online-Anmeldungen für den Volkslauf am 27. September sind im Internet unter www.boeckstiegel-lauf.de möglich.Foto: Feicht

Artikel vom 19.08.2008

Auf dem Originalkurs trainieren

Online-Anmeldung für den Böckstiegel-Lauf am 27. September läuft

Werther(guf). Das Ferienende naht, die sinkenden Temperaturen machen wieder Lust auf sportliche Betätigung: Zeit, die Trainingsvorbereitung auf den 5. Böckstiegel-Lauf am Samstag, 27. September, einzuläuten.

Der jüngste unter Ostwestfalens ganz großen Volksläufen hat mit Unterstützung von WESTFALEN-BLATT und Active-Sportshop auf Anhieb eine große Anhängerschar gewonnen: Jedes Jahr rund 1000 Teilnehmer - das kann sich sehen lassen. Die ungewöhnliche Streckenführung - für Läufer 18 und für Walker 13 km - hat ihren ganz besonderen Reiz. Nach dem Start auf dem Wanderparkplatz Peter auf'm Berge in Hoberge-Uerentrup hat der Kurs auf Abschnitten des Hermannsweges im Teuto zunächst Crosslauf-Charakter.
Nach 6 km müssen die Läufer eine längere, anspruchsvolle Steigung bewältigen. An der Gaststätte Bergfrieden verlassen sie dann den Wald, laufen auf asphaltierten Wirtschaftswegen durch die bäuerliche Kulturlandschaft des Ravensberger Hügellandes. Durch die Bauerschaften Isingdorf und Arrode geht es auf der Schloßstraße in Richtung Werther - vorbei am Geburtshaus des Namensgebers, des berühmten Wertheraner Kunstmalers Peter August Böckstiegel. Das Rennen endet mit Citylauf-Charakter auf dem Venghauss-Platz in der Wertheraner Innenstadt.
Das bewährte Organisationsteam hat Werthers größtes Sportereignis wieder in bewährter Manier vorbereitet: Die Werbegemeinschaft Werther, der Böckstiegel-Freundeskreis und der LC Solbad Ravensberg sorgen mit Unterstützung von Stadtverwaltung, Vereinen und Organisationen für den reibungslosen Ablauf. Dazu gehören der Bustransfer aller Teilnehmer zum Start, der Transport der Kleiderbeutel und die Ausgabe der Böckstiegel-T-Shirts, die alle Läufer und Walker als Präsent erhalten. Auch an den Nachwuchs ist gedacht: Ein Schülerlauf führt über 3 km.
Der LC Solbad bietet geführte Trainingsläufe auf den Originalstrecken an:

Samstag, 30. August, 14.30 Uhr Bustransfer und 15 Uhr Start.
Samstag, 13. August, 14.30 Uhr Bustransfer und 15 Uhr Start zum Abschlusstraining.
Ausschreibungen für den Böckstiegel-Lauf liegen in vielen Wertheraner Geschäften aus. Online-Anmeldungen sollten bis zum 27. August per Internet erfolgen:
www.boeckstiegel-lauf.de

Artikel vom 05.08.2008