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Jubel nach 18 Kilometern: Marcus Biehl gewann die vierte Auflage des Böckstiegel-Laufes.

Nur Biehl stoppt den Bergsteiger aus Kiel

4. Böckstiegel-Lauf: Steinbeck mit federleichtem Schritt

Werther (WB) Wer nach diesem schwierigen Parcours an der Spitze liegt, der bekommt mächtig Rückenwind für große Taten: Marcus Biehl (LG Lage-Detmold) und Gisela Steinbeck (DJK Gütersloh), die Sieger beim vierten Böckstiegel-Lauf, schwebten beim Zieleinlauf auf dem Wertheraner Venghauss-Platz auf Wolke sieben.

»Ich freue mich total, dass es so gut ging.« Gisela Steinbeck hatte nach einem Trainingsurlaub in Österreich nicht so recht gewusst, wo sie steht: »Habe ich vielleicht zu viele harte Bergeinheiten gemacht?« Die Befürchtung erwies sich als unbegründet: Zwei Wochen vor den westdeutschen Halbmarathon-Meisterschaften, wo die 39-Jährige in Wegberg richtig angreifen will, zeigte sie gerade bergauf ihre Klasse. Am längsten und steilsten Anstieg, nach sieben der 18 Kilometer zwischen Bielefeld-Hoberge und der Böckstiegel-Stadt Werther, distanzierte sie ihre Hauptkonkurrentin Kirsten Heckmann (SV Brackwede) vorentscheidend.
 Das Leichtgewicht aus Schloß Holte eilte nach 1:11:02 Stunden ins Ziel, während Kirsten Heckmann – im Vorjahr Doppel-Siegerin bei Hermanns- und Böckstiegel-Lauf – drei Minuten länger brauchte. Die Bielefelderin ist nach Knieproblemen im Sommer noch nicht wieder in Topform. Antje Strothmann vom Ausrichter LC Solbad Ravensberg war mit Platz drei und exakt 1:16 Stunden zufrieden – die Lokalmatadorin nimmt diese Saison nur sporadisch an Wettkämpfen teil.
Der vierte Böckstiegel-Lauf – präsentiert vom WESTFALEN-BLATT – lockte wieder fast 1000 Teilnehmer an, und an der Spitze des Feldes mischte der große Unbekannte aus dem hohen Norden die ostwestfälische Szene auf: Sebastian Weiß (22) vom Kieler TB, setzte sich im Teutoburger Wald vom Favoriten-Duo Marcus Biehl/Dirk Strothmann ab. Der Flachländer von der Küste gab ausgerechnet auf dem 1,5 km langen Anstieg bis zum höchsten Punkt (316 m) Fersengeld – und sah bis einen Kilometer vor dem Ziel wie der sichere Sieger aus.
 Erst im Wertheraner Stadtgebiet überspurtete Biehl den frechen Youngster, der sich auf unbekanntes Terrain gewagt hatte: »Das war mein erster Wettkampf über eine so lange Distanz, sonst laufe ich Rennen von 800 bis 10000 m. Als Marcus aufholte und von den Zuschauern angefeuert wurde, da wusste ich: Den kannst du nicht mehr halten«, sagte Weiß, der bei den Junioren schon DM-Neunter über 1500 m war und mit der Kieler Mannschaft bei den Deutschen Crosslauf-Titelkämpfen Platz drei belegte. Sein Vater stammt aus Werthers Nachbardorf Schröttinghausen, den »Teuto« kannte der Junior bis dahin noch nicht: »Einige Passagen im Wald, die erinnerten mich an Bergsteigen. Trotzdem hat's Spaß gemacht – ein toller Lauf mit total unterschiedlichen Etappen.«
Das fand auch Dirk Strothmann (LC Solbad), obwohl der Sieger von 2004 und 2006 diesmal nach einer Bronchitis mangels Tempotrainings nicht ganz vorne landen konnte.

Von Gunnar Feicht, WB vom 08.10.

Raoul Kempmann (links) war als erster Wertheraner im Ziel, Hilke Engel-Majer (rechts) als schnellste Lokalmatadorin. Die Physiotherapeutinpflegte mit ihren Team anschließend die Muskeln der Teilnehmer.

Erlebnis macht Appetit auf mehr

Tolle Stimmung begeistert Sieger Biehl und Steinbeck, aber auch Hobbysportler

Werther (WB). »So gut war die Stimmung in der Stadt noch nie.« Bei der 4. Auflage des Böckstiegel-Laufes haben auch die Zuschauer das große Breitensport-Ereignis der Region angenommen: In der Ravensberger Straße und auf dem Venghauss-Platz wurden die fast 1000 Teilnehmer nach dem beschwerlichen Weg zwischen Peter auf'm Berge und Werther vom Applaus ins Ziel getragen.

Tolle Atmosphäre unter den Teilnehmern vor dem Start, noch bessere hinterher beim Fachsimpeln nach dem Zieleinlauf. Die Zuschauer applaudierten den Siegern Marcus Biehl und Gisela Steinbeck (Bericht über den Rennverlauf im überregionalen Sportteil), aber auch den Nachbarn und Verwandten im hinteren Teil des Feldes. »Aus dem Grund kommen die Leute an die Strecke: Sie wollen die lokalen Größen, aber auch den Bekannten von nebenan in Aktion erleben«, weiß Rainer Demoliner. Der Angestellte der Stadtverwaltung, der seit Jahren für DJK Gütersloh läuft, hatte ebenfalls seinen Spaß, auch wenn er den Titel des schnellsten Wertheraners diesmal an Raoul Kempmann, Triathlet vom TSVE Bielefeld, abtreten musste. 1:07:09 zu 1:07:54 Std. lautete der Zeitvergleich. Als schnellste Frau aus dem Zielort kam wie im Vorjahr Hilke Engel-Majer (1:26:07) in Werthers guter Stube an. Die Physiotherapeutin lockerte anschließend mit ihrem Team noch die Muskeln der Laufkollegen.
Der gelungene Auftakt zum Active-Winterlaufcup hat Appetit gemacht auf mehr. Nicht nur viele Debütanten waren bei aller Erschöpfung glücklich und stolz, die anspruchsvolle 18-km-Strecke geschafft zu haben. Auch etliche Hobbysportler, die längere Zeit bei Volksläufen pausiert hatten, haben durch das Erlebnis Blut geleckt: »Das war mein erster längerer Lauf, nachdem ich wieder angefangen haben zu trainieren. Es ging so gut, dass ich nächstes Jahr doch 'mal wieder ernsthaft den ›Hermann‹ in Angriff nehmen werde«, sagte Dietmar Vogt, früherer Fußballer des BV Werther und jahrelang schnellste »Spitze« der Ascheloher Gipfelstürmer. Auch Thomas Schürmann aus Eggeberg, der vor einigen Jahren mit 35er-Zeiten über 10 km aufwartete, strahlte im Ziel: »Das hat richtig Spaß gemacht.« Er war selbst überrascht von seinem Resultat unter 1:16 Std. und Rang 56.
Der Böckstiegel-Lauf dehnt seinen »Wirkungskreis« immer weiter aus: Aus Würzburg war Frank Allerdisse mit seiner Frau Marion angereist. Der frühere Handballer und Fußballer, aus beruflichen Gründen jetzt im Frankenland ansässig, wunderte sich beim sportlichen »Heimaturlaub«: »Erstaunlich, wie viele frühere Ballsportler man jetzt hier unter den Läufern trifft. Bei mir selbst ist es mit 1:25 Std. besser als erwartet gelaufen – acht Minuten schneller als im Vorjahr.« Der Frankfurt-Marathon, bei dem »Alli« in drei Wochen startet, kann kommen.
Die Organisatoren von LC Solbad, Werbegemeinschaft Werther und Böckstiegel-Freundeskreis hatten – nicht zuletzt dank der Unterstützung zahlreicher Helfer – alles fest im Griff. »Lediglich ein paar Teilnehmer mehr hätten es durchaus noch sein können. Aber wahrscheinlich lag das am letzten Ferienwochenende«, sagte Friedhelm Boschulte (LC), der gerne die 1000-Finisher-Marke geknackt hätte. Schließlich kamen exakt 977 Sportler ins Ziel: 773 über die 18-km-Distanz, 96 Walker über die 13-km-Distanz und 108 im 3-km-Schülerlauf. Beim einzigen nennenswerten Sturz erlitt eine Walkerin in der Nähe des Gasthofs Bergfrieden eine Platzwunde, die im Krankenhaus behandelt wurde.

Von Gunnar Feicht, Marcel Bohnensteffen und Sören Voss (Texte und Fotos), WB vom 08.10.

Nur ein Wermutstrupfen für DSC-Doc

Die Wertheraner Familie Dickob lief gleich im Trio über die Ziellinie am Venghauss-Platz. Während Tochter Isabel bei der anschließenden Siegerehrung für den zweiten Gesamtplatz und ihre Leistung als schnellste A-Schülerin im 3-Kilometer-Schülerlauf geehrt wurde, erzielten Mutter Ines und Vater Dr. Michael persönliche Bestzeiten über die 18-Kilometer-Distanz. »Ein sehr schöner Wettkampf mit abwechslungsreichem Streckenverlauf und einer tollen Landschaft«, so das einheitliche Urteil der Läuferfamilie über die gelungene vierte Austragung ihres Heimatlaufes. Der einzige Wermutstropfen für den Vater war kurz darauf die Nachricht von der 0:1-Heimniederlage des DSC Arminia Bielefeld gegen den Hamburger SV. Orthopäde Dr. Michael Dickob ist neben der Tätigkeit in seiner eigenen Praxis in Bielefeld als Mannschaftsarzt beim heimischen Fußball-Bundesligisten tätig.

Atemberaubende Konditionseinheit

Für die Badminton-Spielerinnen Denise Hagen (rechts) und Isabel Bertels (links) vom TV Werther war der Start bei einem so teilnehmerstarken Laufereignis ein absolutes Novum: »Wir hatten zuvor noch nie an einem Volkslauf teilgenommen, die 18 Kilometer lediglich als Konditionseinheit für unsere Badminton-Saison geplant. Dass wir beide um die Zwei-Stunden-Grenze ins Ziel gekommen sind, ist für uns ein toller Erfolg«, war das Duo entsprechend happy. An Trainingsläufe zu zweit gewöhnt, erlebten die Badminton-Cracks in der Anfangsphase des Rennens allerdings eine unliebsame Überraschung: »Das war ein so unglaublich schnelles Feld. Obwohl wir mit viel mehr Power als im Training gelaufen sind, hatten wir zu Beginn Probleme, den Anschluss zu halten«, brauchten Denise Hagen und Isabel Bertels einige Kilometer unter Wettkampfbedingungen, um sich einzugewöhnen.

Trotz Traningsrückstand am Ziel

Als Familien-Laufgemeinschaft absolvierten Olaf Sorge (rechts) von der Stadtverwaltung in Halle und sein Sohn Jannik den Böckstigel-Lauf. Trotz gemeinsamen Trainings lief der Youngster seinem Vater davon: »Mein primäres Ziel, unter der 1:30 Stunden-Grenze zu bleiben, habe ich erreicht. Mehr war heute nicht drin, weil sich bei mir durch eine Krankheit doch entscheidender Trainingsrückstand angesammelt hatte«, sagte Jannik Sorge. Der B-Jugendliche, bei TG Hörste als Tennisspieler aktiv, war mit seinem Abschneiden einverstanden. Vater Olaf fühlte sich nicht ganz so gut wie im Vorjahr, büßte gut vier Minuten auf seine Zeit von 2006 ein: »Ich habe mir beim Tennis eine schmerzhafte Zerrung zugezogen, konnte die vergangenen drei Wochen nicht trainieren. Das hat sich heute bemerkbar gemacht«, war Olaf Sorge hinterher »einfach nur froh, im Ziel zu sein«.

Ein Solo mit Motivationseffekt

Gerhard von Stürmer (»Dorfsheriff« von Steinhagen) wollte ursprünglich zusammen mit seinem Sohn Stefan an den Start gehen. Doch mehrere Blasen an den Füßen - verursacht durch Gewaltmärsche während der Grundausbildung bei der Bundeswehr - machten dem Junior einen Strich durch die Rechnung. So nahm der Vater die 18 Kilometer allein in Angriff, fühlte sich nach Zieldurchlauf wie verwandelt: »Eigentlich laufe ich sonst nur einmal im Jahr den Hermannslauf. Doch mit dieser tollen Strecke bin ich heute super zurecht gekommen. Das war bestimmt nicht mein letzter Lauf 2007.« Von Stürmer hat bereits den landschaftlich ebenfalls sehr reizvollen Halbmarathon beim Röntgen-Lauf in Remscheid Ende Oktober ins Auge gefasst. Höhepunkt im Wettkampfkalender des Polizisten soll aber die Kreiswaldlaufmeisterschaft anlässlich des Polizei-Tages in Schloß Holte-Stukenbrock sein.

Heißes Rennen der M55-Veteranen

Mächtig zur Sache ging's bei den Positionskämpfen in der Altersklasse M55: Ralf Hübner (rechts, neben Klubkamerad Jean-Michel Audier) musste wie erwartet als Vierter (1:18:24) seinem Wertheraner »Landsmann« Jürgen Schönke (3./1:17:41) den Vortritt lassen. Beide fanden in Wolfgang Diekotto (2./1:16:49) vom TSVE Bielefeld ihren Meister, der mittlerweile auch in der Böckstiegelstadt zu Hause ist. Den Klassensieg holte sich indes Helmut Beversdorff aus Herford (1./1:16:10). Für Hübner lief das Rennen wie geplant: »Ich habe für meine Verhältnisse eine super Zeit erreicht und hatte mir das Rennen gut eingeteilt – 45 Minuten für die schweren ersten zehn Kilometer, das war genau die Vorgabe. Nach dem langen Asphaltstück hieß es beim kurzen Anstieg am Rathaus noch 'mal Backen zusammenkneifen. Aber da war ja schon die tolle Simmung am Ziel zu hören.«

Sieger Marcus Biehl: »Ich bin super zufrieden«

Werther (o.k.). Erst 400 Meter vor dem Ziel übernahm er die Führung. Verständlich, dass der Jubel von Marcus Biehl beim Zieleinlauf überschwänglich ausfiel. »Ich bin super zufrieden«, meinte der Mann, der für die LG Lage-Detmold startet. Denn er blieb auch unter seinem Minimalziel von 1:05 Stunden (1:02:57).

Auch für ihn liegt das Malerische des Böckstiegel-Laufes »am Wechsel zwischen Anstieg und Gefälle«. Für den Langstreckler des Jahrganges 1969 ging es allerdings in erster Linie »um eine Standortbestimmung«. Denn sein großes Ziel ist der Hermannslauf 2008. »Da will ich auf Sieg laufen.« Sollte das klappen, wäre es sein dritter beim großen OWL-Traditionslauf. Beim Anstieg nach sieben Kilometern auf den Kamm hatte Biehl am Samstag einen Einbruch. »Da lag ich auf einmal 100 Meter hinten.« Mit Dirk Strothmann hatte er gerechnet – doch mit Sebastian Weiß nicht, denn »er war für mich ein Fremder«. Der 22-Jährige hielt Biehl bis 15 Kilometer auf Distanz, 2000 Meter später schaute er sich dann um. Biehl: »Ich dachte, jetzt beschleunigt er und ist dann weg.« Doch der junge Mann hatte nichts mehr zuzusetzen, und der Filialleiter eines Sportgeschäftes gewann mit 14 Sekunden Vorsprung. Biehls nächste Standortbestimmung ist der Verler Halbmarathon. »In 1:12 Stunden will ich ihn laufen – mindestens.«

Jubel trägt Teilnehmer bis ins Ziel

Stimmung und Organisation beim Böckstiegel-Lauf wieder hervorragend

Werther (law). Nicht nur die Läufer auf der Strecke gaben ihr Bestes. Auch die mehreren hundert Fans am Zieleinlauf und zahlreiche Helfer sorgten für einen absolut gelungenen Böckstiegel-Lauf.

 Mit kleinen Fahnen, grünen WESTFALEN-BLATT-Luftballons, Rasseln und Tröten feuerten die Fans am Ziel die Läufer noch einmal kräftig an. Die letzten Meter auf dem Venghauss-Platz werden den Sportlern in Erinnerung bleiben. Frenetischer Applaus, laute Anfeuerungsrufe und eine ausgelassen-fröhliche Stimmung bei den Zuschauern weckten noch einmal die letzten Kraftreserven so manches Sportlers.
Bereits zum Schülerlauf versammelten sich zahlreiche Eltern, Geschwister und Verwandte entlang der Ravensberger Straße, um den jungen Läuferinnen und Läufern zuzuschauen. Nach dem drei Kilometer langen Kurs konnten sich die jungen Sportler beim Team der Praxis für Physiotherapie Majer mit Massagen wieder »aufpäppeln« lassen.
Mehr als 130 Helfer waren bei der von der Werbegemeinschaft Werther und dem LC Solbad Ravensberg ausgerichteten Lauf im Einsatz: vom evangelischen Gymnasium, TV Werther, der Stadtverwaltung, der Firma Rötger, den Johannitern, der Feuerwehr und auch den Ascheloher Gipfelstürmern. Vom Getränkedienst über die Absperrung der Strecke bis zur entspannenden Massage war auch neben der Strecke alles meisterlich.
Informationen über den Namensgeber Peter-August Böckstiegel gab es bei einer Stadtführung mit Birgitt Lange. Etwa zwei Stunden vor dem Eintreffen der Läufer nahm Lange die Interessierten mit auf eine kleine Böckstiegel-Tour. Direkt neben der Strecke, vor dem Gebäude des Bankvereins, informierten der Kreis und der Böckstiegel-Freundeskreis über den aktuellen Stand der Dinge bezüglich der Stiftungsgründung und den geplanten Museumsbau in Arrode. »Spätestens bis Februar 2009 soll die Stiftungsgründung erfolgt sein«, erklärte Thomas Kuhlbusch, Leiter des Referates Recht, Kultur und Kommunales beim Kreis Gütersloh. Vor allem auf die Fragen und Anregungen waren Kuhlbusch und sein Kollege Frank Rosczyk gespannt.

Herrliche Bedingungen beim 4. Böckstiegellauf 2007 in Werther (Westfalen)

Es gibt vermutlich weltweit nur ganz, ganz wenige Volksläufe, die nach einem Künstler benannt sind, zu mal nach einem aus dem 19. Jahrhundert. Der Böckstiegellauf in Werther (Westfalen) ist so einer. Er wurde am Samstag, dem 6. Oktober zum 4. Male ausgetragen und erinnert an Peter-August Böckstiegel, der 1889 in Werther geboren und 1951 in Werther gestorben ist. Dazwischen liegt ein künsterlisches Lebenswerk, das ihn unter Insidern auch den Beinamen "Picasso von Ostwestfalen" eingebracht hat. Böckstiegel gilt als einer der führenden Heimat- und Landschaftsmaler seiner Zeit und genau aus diesem Grund führt der Böckstiegellauf über 18 km durch das "Lebenszentrums" des großen Sohnes des kleinen Städtchens Werther in der Nähe von Bielfeld. Die Streckenführung beginnt bei Peter auf dem Berge und führt mitten hinein in den Teutoburger Wald auf dem sog. Hermannsweg bis nach Isingdorf, wo es dann auf befestigten Wegen noch einmal "über die Dörfer" bis nach Werther und hier zum Ziel auf dem Venghauss-Platz geht. Der Böckstiegellauf versammelt in aller Regel vorwiegend Läuferinnen und Läufer aus der Region - weit angereiste und ausländische Teilnehmer sind eher rar gesät - was sich aber möglicherweise in den nächsten Jahren ändern wird, wenn sich die hohe Qualität des Laufes weiter rumspricht. Die Ergebnisliste bei den Männern zeigt diesmal 581 Finisher, die bei den Frauen 193; dazu kommen noch die Walker und Walkerinnen sowie die Schülerinnen und Schüler, die über kürzere Distanzen unterwegs waren bei herrlichem Herbstwetter. Fazit: Es war eine rundherum sehr gelungene Veranstaltung des LC Solbad Ravensberg und der Gesamtleitung von Friedhelm Boschulte, dem unermüdlich engagierten Lauforgansiatior in dieser Region. Achso: Sieger bei den Herren wurde Markus Biehl vom gastgebenden Verein in 1:02:58 Std.; bei den Frauen gewann Gisela Steinbeck von der DJK Gütersloh in 1:11:02 Std. Die letzten benötigen dagegen knapp 2:30 Std. für die profilierte Strecke auf der sich - der Überlieferung nach - Peter-August Böckstiegel selbst einst mit Holzschuhen auf den Weg machte, um nach geeigneten Objekten und günstigen Standorten für seine Malerei zu suchen.

Detlef Kuhlmann (SCC Berlin), selbst zum 4. Male als Läufer dabei

Mehr als 1100 Teilnehmer erhofft

4. BÖCKSTIEGEL-LAUF: Erste Annmeldefrist endet Freitag

     Werther (cwk). Knapp sechs Wochen vor dem 4. Böckstiegel-Lauf am 6. Oktober beginnt die heiße Phase der Organisation. Freitag läuft auch die auf den 31. August festgesetzte »Anmeldefrist 1« ab: Wer den günstigsten Startgeld-Tarif von 14 Euro nutzen möchte, sollte das Meldeformular umgehend abschicken oder online (unter www.boeckstiegel-lauf.de) übermitteln.

     Ab dem 1. September erhöht sich die Startgebühr auf 17, bei kurzfristiger Meldung am 5. oder 6. Oktober auf 18 Euro. Für die Teilnahme am 3 km Schülerlauf werden nur vier Euro erhoben. Den Veranstaltern (Werbe-Gemeinschaft und Böckstiegel-Freundeskreis), vor allem aber auch dem sportlichen Ausrichter LC Solbad Ravensberg liegt daran, die Beteiligung am Nachwuchslauf zu erhöhen.
     Koordinator für den Schüler- und Jugendlauf ist LC-Coach Tobias Limberg, der in den Schulen für den Lauf wirbt und gemeinsam mit Stefanie Schadt auch das erstmals angebotene Training leitet. Es findet am 15., 22. und 29. September jeweils von 11 bis 12 Uhr statt; Treffpunkt ist das Stadion Meyerfeld.
     „Unser Ziel für den 6. Oktober ist es, insgesamt das Limit von 1100 Teilnehmern zu übertreffen, auch wenn der Termin auf den letzten Herbstferientag fällt“, erklärte LC-Vorsitzender Friedhelm Boschulte gestern bei einem Pressegespräch. Die bisherigen 300 Anmeldungen verraten noch keine Tendenz; doch Boschulte setzt auf die Kurzentschlossenen. Erneut bildet der Lauf den Auftakt zur Active-Cupserie.
     Noch ist die Favoritenfrage völlig offen, LC-Asse wie Ilona Pfeiffer und Dirk Strothmann werden wegen ihres Marathonstarts in Essen fehlen. Dafür will Antje Strothmann am Start sein, auch Marcus Biehl, der die bislang beste Zeit eines deutschen Läufers beim »Böckstiegel« aufweisen kann. „Ich habe noch Probleme mit einer verschleppten Nebenhöhlen-Entzündung, möchte aber möglichst dabei sein“, bestätigte der zweifache Hermannslaufsieger dem HK.

HK vom 29.08.

Hans-Werner Böhme (Werbegemeinschaft), Erhard Kindermann (Freundeskreis), Thomas Kuhlbusch (Kreis), Friedhelm Boschulte (LC Solbad) und Heiner Temmer (Sponsor Kreissparkasse Halle, v.l.) stellen den 4. Böckstiegellauf auf die Beine. Foto: Dunja Henkenjohann

Schuhe schnüren zum 4. Böckstiegellauf

Verbilligte Anmeldung noch bis 31. August – Veranstalter hoffen auf mehr als 1100 Teilnehmer

Werther (dh). Zum vierten Mal schnüren am Samstag, 6. Oktober, Freizeitsportler die Schuhe zum Böckstiegellauf. Um 14 Uhr fällt bei Peter auf'm Berge für Läufer der Startschuss zur 18-Kilometer-Strecke. Walker nehmen etwa 13 Kilometer unter die Füße.

Für alle Freizeitsportler führt der Weg traditionell vorbei am Geburtshaus des Namensgebers Peter August Böckstiegel. »Wir haben die Strecke nicht verändert. Zum einen, weil sie sehr beliebt ist. Zum anderen, weil die Sportler ihre Zeiten mit denen aus den Vorjahren vergleichen wollen«, sagt Hans-Werner Böhme von der Werbegemeinschaft Werther.
Die Werbegemeinschaft stellt die Veranstaltung mit dem Böckstiegel-Freundeskreis auf die Beine, sportlicher Ausrichter ist der LC Solbad Ravensberg. Unterstützt wird der Lauf außerdem vom WESTFALEN-BLATT. »Die Zusammenarbeit könnte kaum besser sein«, lobt Böhme die gute Kooperation. So packen beispielsweise die Schüler des Ev. Gymnasiums mit an, wenn es um den Transport der Kleidersäcke geht. Die Altersriege des TV Werther verteilt T-Shirts, die Freiwillige Feuerwehr sichert die Strecke. Sie alle sind »ein eingespieltes Team«.
Eingespielt haben soll sich inzwischen auch die Situation in den Duschen. In den vergangenen Jahren war das Wasser entweder kalt oder es floss gar nicht mehr. »Die Stadt hat jetzt einen Weg gefunden, die Wassermenge zu steigern«, ist Böhme zuversichtlich.
300 Sportler haben sich bis jetzt für den Böckstiegellauf angemeldet. »Wer die verbilligte Gebühr von 14 Euro nutzen will, sollte sich bis 31. August anmelden«, betont Friedhelm Boschulte vom LC Solbad. Vom 1. September an werden 17 Euro fällig, am 5. und 6. Oktober ist es ein weiterer Euro mehr. »Wir hoffen in diesem Jahr trotz der Ferien auf 1100 Teilnehmer«, sagt Boschulte. Allerdings würden Vorjahressieger Dirk Strothmann und seine Vereinskollegin Ilona Pfeiffer wegen der Vorbereitung zum Marathon in Essen wohl nicht am Start sein. »Man munkelt, dass Marcus Biehl mitläuft«, sagt Boschulte.
Der LC Solbad bietet für Läufer und Walker noch zweimal die Gelegenheit, auf der Originalstrecke zu trainieren. Am Samstag, 1. und 15. September, geht es um 14.30 Uhr vom Venghaussplatz aus mit dem Bus zu Peter auf'm Berge. Der Trainingslauf startet dort um 15 Uhr.

Schülerlauf über drei Kilometer

Die Organisatoren des Böckstiegellaufs wollen noch mehr Schüler zum Mitmachen motivieren. Die Kinder und Jugendlichen nehmen am 6. Oktober um 14.15 Uhr eine Drei-Kilometer-Strecke von Rosen-Steffen bis zum Venghaussplatz in Angriff. Der Nachwuchs tritt in folgenden Klassen an: Schüler A bis C (Jahrgänge 1992 bis 1997) sowie männliche und weibliche Jugend A (1988/89) und B (1990/91). Anmeldungen nur über das Original-Meldeformular mit dem Zusatz »Schülerlauf«.
Zum Training sind Schüler am 15., 22. und 22. September jeweils von 11 bis 12 Uhr ins Stadion Meyerfeld eingeladen.

Mehr erfahren

Wer seine Lieben am Rande der Strecke anfeuern oder im Ziel willkommen heißen möchte, kann nebenbei noch jede Menge über den Namensgeber des Böckstiegellaufs und seine Heimatstadt erfahren. So lädt Birgitt Lange während des Laufs zu einer Stadtführung ein. Start ist um 13.45 Uhr am Rathaus, nach der Abfahrt des letzten Busses, der die Läufer zu Peter auf'm Berge bringt. Der einstündige Spaziergang ist ein kostenloses Angebot der Werbegemeinschaft und endet am Venghaussplatz. Anmeldung bei Birgitt Lange unter  05203/884823 oder per E-Mail: adi-lange@t-online.de.
Zum ersten Mal dabei ist auch der Kreis Gütersloh mit einem drei mal drei Meter großen Stand. Hier können sich Läufer und Zuschauer über die Planungen zur Bewahrung des Lebenswerks des Künstlers Peter August Böckstiegel informieren. »Wir wollen die Zukunftsperspektiven aufzeigen und mit den Menschen ins Gespräch kommen«, sagt Thomas Kuhlbusch, Kulturreferent des Kreises Gütersloh.

Westfalenblatt vom 29.08.